Normalerweise sind die Nachrichten, die Lars Hölscher hinterlässt, bei den Empfängern nicht beliebt. Der Gemeindevollzugsbeamte hat nämlich unter anderem die Aufgabe den ruhenden Verkehr zu regeln. Aktuell ist Lars Hölscher mit Gummibärchen unterwegs und belohnt diejenigen, die richtig parken.

Dies ist dank der Initiative „Vorsicht.Rücksicht.Umsicht.“ des Verkehrsministerium möglich. Denn auch von parkenden Fahrzeugen gehen Gefahren aus. „Im Jahr 2018 ereigneten sich 1745 Unfälle mit Personenschaden und schwerwiegende Unfälle mit Sachschaden im ruhenden Verkehr in Baden-Württemberg„, ist auf der Homepage des Ministeriums zu lesen.

Vielfältige Aufgaben für Lars Hölscher

Und Lars Hölscher ist auch viel lieber präventiv unterwegs, als Knöllchen zu verteilen. Seine Aufgaben als Gemeindevollzugsbeamter sind außerdem äußerst vielfältig: Denn neben der Parkraumüberwachung gehören dazu auch Maßnahmen zur Verkehrsregelung bei größeren Veranstaltungen, die Überwachung von Spielautomaten in gastronomischen Betrieben, die Überwachung von Kampfhunden, die Untersuchung von unerlaubt gelagertem Müll, der Schutz von Grünanlagen sowie die Einhaltung der Vorschriften zum Naturschutz – beispielsweise die Überwachung der Stege am See, von denen aus man nicht Baden gehen darf.

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Da der Gemeindevollzugsdienst bisher nur mit zehn Prozent besetzt ist, kann Lars Hölscher zum einen nicht alle Aufgaben erfüllen. Und zum anderen gehen die Bürger dann zum Hauptamt, dessen Mitarbeiter aber nicht so in die entsprechenden Themen eingearbeitet sind.

Darum wurde die Stelle des Gemeindevollzugsbeamten nun auf 40 Prozent erhöht. Somit kann Lars Hölscher eine zweite Sprechstunde einrichten und auch vermehrt abends unterwegs sein, wie die Bürger und der Gemeinderat von Steißlingen sich das wünschen.

Enge Zusammenarbeit mit der Polizei

Ebenfalls sprachen sich Verwaltung und Gemeinderat für eine enge Zusammenarbeit von Polizei und Gemeindevollzugsdienst in Steißlingen aus. Hier wurde als Beispiel für gelungene Zusammenarbeit die Aufklärungsarbeit an der Schule genannt.

Dort wurden Eltern auf die Gefahren hingewiesen, die sie verursachen, wenn sie ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und vor Unterrichtsbeginn „einfach schnell vor der Schule raus lassen“. Eventuell kann nun auch Jugendarbeit am Abend rund um die Schule angegangen werden.