Steißlingen Schaubels Versprechen an die Steißlinger Wähler lautet Bürgernähe

Kandidat für Bürgermeisteramt in Steißlingen im FC-Clubheim: Matthias Schaubel sucht das Gespräch und nicht nur Sport beherrscht den Diskussionsabend.

Woran es fehlt in Steißlingen, dass wissen die Bürger genau: Die Nahversorgung könnte besser sein, auch ein Tagescafé wäre prima. Bekannt ist auch, was es im Überfluss gibt – vor allem Autos und Laster in der Ortsdurchfahrt. Wenn Bürgermeisterkandidat Matthias Schaubel hinhört, hört er etliche Hausaufgaben für den künftigen Chef im Steißlinger Rathaus. Er weiß aber auch: "Die Gemeinde ist toll aufgestellt." Gemeinsam mit dem Gemeinderat habe Bürgermeister Artur Ostermaier in den vergangenen 40 Jahren viele Aufgaben abgearbeitet. Die Schullandschaft sei bestens, die Kindergärten auf die Zukunft vorbereitet und auch die Senioren könnten in nächster Zeit mit Pflegeheim und barrierefreien Wohnungen auf die geeignete Infrastruktur blicken. Dennoch: Hier sieht Schaubel mittelfristig Handlungsbedarf. Die Zahl der Älteren werde weiter zunehmen. Da gelte es nicht nur mehr Betreuungsangebote zu schaffe, sondern auch die medizinische Versorgung im Blick zu behalten. Im Clubheim des FC Steißlingen hat er sich der Diskussion mit den Wahlberechtigten gestellt. Und es kamen immer mehr. Saßen am Anfang fünf Interessierte um den Stammtisch, so waren es am Ende rund 25 Menschen unterschiedlichsten Alters – und nicht nur die Alten haben den Kandidaten auf das Durchschnittsalter der Ärzte im Ort hingewiesen. Schnell stand die Idee eines Gesundheitszentrums im Raum. Schaubel mahnte: "Das sollte man erst mit den vorhandenen Ärzten besprechen."

Allerlei Aufgaben

Dynamisch, zielsicher, gerecht: So lautet der Dreiklang des Kandidaten Matthias Schaubel im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten in Steißlingen. "Ich werbe um Vertrauen", betont er und bittet die Wähler um einen Vertrauensvorschuss, wenn sie ihm ihre Stimme geben. "Ich will nichts versprechen, das ich nicht halten kann. Was ich aber versprechen kann, ist ihr Vertrauen mit fachlicher, persönlicher und nicht zuletzt menschlicher Kompetenz zurückzuzahlen", so Schaubel.

Keinerlei Zusagen will Schaubel daher auch in Sachen Verkehrsbelastung machen. Unstrittig sei, dass die Zahl an Lastern, Autos und Zweirädern, die den Ort tagtäglich durchqueren, für die Anwohner der Ortsdurchfahrt schwer zu ertragen seien. Anerkannt werden müsse aber auch, dass die Handlungsspielräume für die Gemeinde sehr begrenzt seien. Das gelte für die Topografie, da Kirnberg und See eine Umfahrung unmöglich machen, aber auch für die Zuständigkeit – immerhin handele es sich um eine Landesstraße. Der Wunsch, den dörflichen Charakter zu erhalten, stoße hier an seine Grenzen. "Steißlingen ist kein Dorf mehr", so Schaubel. Steißlingen sei wirtschaftlich stark, mit einer intakten Infrastruktur ausgestattet und in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Insofern sei der Wunsch nach einem besseren Angebot in der Nahversorgung nachvollziehbar. Den Ortskern dürfe man aber nicht außer Acht lassen. "Die Entwicklung darf nicht zulasten der Mitte gehen", blickt Schaubel auf ein kommunales Zentrum, um das andere Orte Steißlingen beneiden. Was die Bürger erwarten, werde gerade untersucht. "Die Umfrage ist gemacht." Die Ergebnisse zu deuten, sei eine der anstehenden Aufgaben.

Dass die Bautätigkeit im landschaftlich reizvoll gelegenen Ort an ihre Grenzen stoße, gaben die Bürger zu bedenken: Die derzeit laufende, dichte Bebauung tue dem Ort nicht gut, mahnten die Diskussionsteilnehmer aus Steißlingen. Nicht zuletzt die Neubauten im Zentrum auf dem Areal der ehemaligen Krone seien zu klobig. So was sollte nicht mehr passieren, hat Schaubel erkannt. "Das Wachstum muss auch bewältigt werden", erklärt er mit Blick auf die Infrastruktur von Kindergartenplätzen bis zu Abwasserleitungen und Klärwerkkapazitäten. Klar sei andererseits, dass die Gemeinde in gewissem Umfang Bauplätze für junge Familien aus dem Ort vorhalten sollte.

Starke Gemeinde

Dass ihm die Arbeit der Vereine am Herzen liegt, wiederholte Schaubel gerne im FC Clubheim. Steißlingen werde von einem breiten, lebendigen Vereinsleben getragen "Eine bessere Sozialarbeit gibt es nicht", weiß der Kandidat um den integrativen Charakter der Vereine. Dazu zählt für ihn auch das Engagement der Partnerschaft mit Saint Palais sur Mer als Baustein der europäischen Integration. "Europa weiter zu bauen ist wichtig", so Schaubel.

Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Bürgermeisters sieht Schaubel darin, die hohe Lebensqualität zu erhalten und weiter zu gestalten.

Die Wahl

  • Die Wahlberechtigten in Steißlingen sind am Sonntag, 22. Oktober, aufgerufen, den neuen Bürgermeister zu wählen.
  • Die drei Kandidaten Bernhard Diehl, Benjamin Mors und Matthias Schaubel, stellen sich an der SÜDKURIER-Podiumsdiskussion am Dienstag, 17. Oktober, um 19 Uhr in der Seeblickhalle Steißlingen noch einmal kurz vor dem Wahltermin der interessierten Bevölkerung vor. Dabei werden sie sich gemeinsam sowohl den Fragen der SÜDKURIER-Redakteure, als auch des Publikums stellen.
  • Wer Fragen hat, die die Redaktion an die Kandidaten stellen soll, kann sie per E-Mail an singen.redaktion@suedkurier.de senden. (bie)

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