Steißlingen Ornithologe Herbert Stark erläutert Komplexität von Windkraft-Gutachten

Die Bürgerinitiative „Schützt das Naturjuwel Hegau-Bodensee“ hatte mit Herbert Stark einen Fachmann zum Thema Windkraft und Vogelschutz zu Gast.

Die Bürgerinitiative „Schützt das Naturjuwel Hegau-Bodensee“ trat an, um Bürger umfassend zu informieren. Rund 50 Menschen hörten in Steißlingen dem Ornithologen Herbert Stark zu, sein Vortrag zeigte, wie komplex das Thema Windkraftanlagen für Vogelforscher ist. Eines wurde in den zwei Stunden klar. Es bedarf genauer Untersuchungen und Messungen, die zudem in einen sinnhaften Kontext gestellt werden müssen. Dank der bei Untersuchungen verwendeten Radarmessgeräte könne man Aussagen anhand des Flugmusters machen, welche Vogelgruppen sich wann im Untersuchungsgebiet aufhalten, sagte Stark. In Gutachten würden die Fakten zudem in Kontext gestellt. So sei es beispielsweise wichtig, wie sich die Vogelpopulationen im Umfeld entwickelten.

Weltweit seien Vögel durch Windräder zu Schaden gekommen. Warum das so ist, wisse man nicht immer. Dabei sei nicht nur der drehende Rotor gefährlich, mancher Vogel fliege gegen den unbeweglichen Masten, und das auch noch im unteren Bereich. Inwieweit die veränderte Thermik oder Infraschall (sehr tiefe Geräusche) für die Vögel zum Problem werde, sei nicht abschließend geklärt. Man wisse aber, dass sich die Lungen von Fledermäusen krankhaft veränderten und sie daran stürben. Zudem sei schon die Bauphase für viele Tiere lebensbedrohlich.

Ein wichtiges Problem für Vögel sah Stark darin, dass der Lebensraum massiv verändert würde. Manche Vogelarten nutzen freie Landschaften weder als Jagd- noch als Brutgebiet. Inwieweit der Bestand der Milane beeinträchtigt wird, auch wenn keine Horste gefunden werden, biete noch Interpretationsspielraum. Für den Betrieb von Windkraftanlagen gebe es moderne Messtechnik, die den Anlagen sagt, wann sie sich zum Vogelwohl ausschalten müssen. Allerdings habe das oft Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und bedeute zusätzliche Kosten.

Gunther Gross aus Hohenfels dankte für die „super interessante Präsentation“. Er strich heraus, wie wichtig unabhängige Hilfe für die Bevölkerung sei. Das Kartieren der Horststandorte sei ein sehr kompliziertes Verfahren, wusste Forstwirt und Ornithologe Manfred Lieser. Er selbst habe zwei Jahre kartiert. Horste lieferten belegbare Daten. Doch konnten die Anwesenden berichten, dass es im Vorfeld von Genehmigungsverfahren schon zur Fällung von Bäumen mit Horsten gekommen sei. Seiner Meinung nach sei der Steißlinger Wald wirtschaftlich zwar nicht besonders hochwertig. Er erfülle aber viele andere wichtige Aufgaben.,

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