Wenn in Steißlingen bald mehr Menschen als sonst mit Smartphones durch den Ort laufen, sind sie nicht unbedingt auf der Suche nach Pokemons oder Geo-Caches: Sie nutzen möglicherweise den nun fertiggestellten interaktiven Rundweg durch den Ort.

Im Dezember 2017 wurde das Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Stadtbeckenhaus von Familie Günther war das erste Gebäude mit einem interaktivem Schild. Auf den Schildern ist neben einem kurzen Text zum Gebäude auch ein QR-Code (für englisch „Quick Response“, schnelle Antwort) zu finden, der zu weiteren Informationen im Internet führt.

Interessant auch für Ortskundige

Die Idee zu diesem Rundweg hatte Gemeinderat Willi Streit bereits 2011. Umgesetzt wurde der Gedanke vom Kunst- und Kulturkreis sowie von der Gemeindeverwaltung in enger Zusammenarbeit mit den Eigentümern. „Der ‚historischer Rundgang‚ ist sicherlich nicht nur für Touristen und Neubürger interessant. Auch Ortskundige werden das eine oder andere Neue erfahren“, ist sich Gunther Ross vom Kunst- und Kulturkreis Steißlingen (KKK) sicher.

Die Mitglieder des KKK haben die historischen Gebäude ausgewählt und die beschreibenden Texte entworfen. Constanze Boy-Spang und Roland Schmeh von der Gemeindeverwaltung ermittelten die Hintergrundinformationen und Zusatzbilder dazu.

Einladung zum Mitmachen

Von 2011 bis heute war es ein langer Weg. Nun sind die interaktiven Schilder montiert, die mittels QR-Code Hintergrundinformationen und interessante Bilder zu den einzelnen historischen Gebäuden liefern können. „Mittels eines Smartphones mit entsprechender App lassen sich diese Codes lesen und bringen die Informationen direkt auf den Bildschirm. Hier erfährt man auch, wo das nächste der 14 ausgewählten Gebäuden ist und wie man dort hingelangt“, erklärt Constanze Boy-Spang.

Constanze Boy-Spang bittet bei den Entdeckern des Rundwegs um Verständnis: Das Betreten der Gebäude ist meist nur virtuell möglich. In Station sieben ist beispielsweise eine Zahnarzt-Praxis untergebracht.
Constanze Boy-Spang bittet bei den Entdeckern des Rundwegs um Verständnis: Das Betreten der Gebäude ist meist nur virtuell möglich. In Station sieben ist beispielsweise eine Zahnarzt-Praxis untergebracht. | Bild: Susanne Schön

„Haben sie zu diesen Gebäuden zufällig noch ein historisches Foto oder gar eine interessante Geschichte, so lassen sich diese vielleicht in die QR-Informationen noch mit aufnehmen. Wenden Sie sich bitte an die Gemeindeverwaltung, gerne per Mail an gemeinde@steisslingen.de“, lädt Roland Schmeh zum Mitmachen ein.

Infos auch auf Papier erhältlich

Auch in digitalen Zeiten gibt es noch analoge Formen, die den Rundweg ergänzen. Im Bürgerbüro liegt die kostenlose Broschüre „Baudenkmäler in unserer Gemeinde“ aus. Die Angestellten des Bürgerbüros sind auch beim Herunterladen des ebenfalls kostenlosen QR-Code-Scanners auf das Smartphone behilflich.

„Wir wünschen Ihnen bereits jetzt schon viel Spaß beim Eintauchen in diesen Teil der Steißlinger Geschichte“, freut sich Bürgermeister Benjamin Mors auf viele Nutzer des interaktiven Rundwegs.

Steißlingen ist „Kommune plus“

Steißlingen hat viel zu bieten. Die „Familienbewusste Kommune plus“ – ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden–Württemberg – bietet nicht nur Infrastruktur auf hohem Niveau, sondern auch viel Kultur, sportliche Veranstaltungen und den Steißlinger See.

Einwohner und Touristen können die neue Attraktion – den historischen Rundgang – vielleicht auch mit einem Besuch beim Klemenzenfest vom 13. bis 16. September verbinden.