Steißlingen Neuer Laden soll noch vor Weihnachten öffnen

Netto zieht in den früheren Steißlinger Landmarkt ein. Mit dieser Entwicklung erhält eine Analyse zur Nahversorgung eine unerwartete Wendung.

Die Vorstellung der Ergebnisse aus der Bürgerbefragung und den Untersuchungen zur Nahversorgung in Steißlingen durch die Gesellschaft für Marktanalyse (GMA) standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Steißlinger Rats. Nachdem inzwischen bekannt wurde, dass im ehemaligen Landmarkt an der Singener Straße noch vor Weihnachten ein Netto-Markt eröffnet werden soll, musste die GMA die Analyse teilweise modifizieren.

Die GMA wurde von der Gemeinde beauftragt, eine Bürgerbefragung zur Nahversorgung in Steißlingen durchzuführen. Diese Befragung erfolgte mittels eines Fragebogens, der auch online ausgefüllt werden konnte. Gabriele Ostertag von der GMA stellte die Ergebnisse im Rat vor. Dabei zeigte sie sich zufrieden, dass immerhin 1200 Einwohner sich an der Aktion beteiligten. Mit dieser Anzahl könne man auf verlässliche Angaben aufbauen. Zunächst ging die Referentin auf die allgemeinen Daten der Gemeinde ein. Sie sprach dabei von einer sehr positiven Einwohnerentwicklung, die bald die 5000er-Grenze erreichen könnte. Auch die Anzahl von 1260 sozialversichert Beschäftigten sei sehr gut. Ein wichtiges Standbein sei auch der Tourismus mit zuletzt 4800 Ankünften.

Bei der Verkaufsflächenentwicklung habe man jetzt schon die Marktfläche von Netto mit eingerechnet und sei auf 240 Quadratmeter pro 1000 Einwohner gekommen. Ein Wert, der etwa der Hälfte des Landesdurchschnitts entspricht. Als Beispiel nannte sie Volkertshausen mit 580 Quadratmeter pro 1000 Einwohner. "Die Hälfte der Steißlinger Kaufkraft wird auch mit Netto nach außen gehen", so die Prognose von Gabriele Ostertag, die dann die wichtigsten Ergebnisse der Fragebogenaktion erläuterte. Dabei ist das Nahversorgungsangebot in Steißlingen nicht besonders gut weggekommen. So sei die Frage: "Sollte die Nahversorgung in Steißlingen verbessert werden?", von 94 Prozent mit "ja" beantwortet worden. Dass die Einkäufe zu 87 Prozent mit dem Auto erledigt werden, regte ebenfalls zum Nachdenken an. Abschließend zeigte die Referentin eine "Plus-Minus-Tabelle". Unter Plus stand eine tolle Infrastruktur, ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau, erfolgreicher Tourismus und eine positive Einwohnerentwicklung. Dass die Grundversorgung außerhalb der Gemeinde gedeckt wird, stand auf der Minusseite.

"Ein relativ repräsentatives Ergebnis", so der erste Kommentar von Bürgermeister Artur Ostermaier auf die Ausführungen. Zu dem Netto-Markt, zu dem immer wieder gefragt wurde, meinte Ostermaier: "Ich kann dazu nichts sagen, weil ich nichts weiß." Abschließend schlug er vor, dass eine weitere Beratung unter Beteiligung des Einzelhandels und der Bürger erfolgen soll. Diesem Vorschlag stimmte das Gremium ohne weitere Aussprache zu.

 

Die Ergebnisse

  • Für die meisten Steißlinger ist die Nachbarstadt Singen der wichtigste Ort zur Erledigung der Grundversorgung.
  • Die wenigsten Kunden nutzen den Arbeitsweg zur Erledigung ihrer Einkäufe. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich direkt auf den Weg machen.
  • Rund die Hälfte der Befragten gab an, mindestens einmal pro Woche in Steißlingen einzukaufen.
  • Über 85 Prozent erledigen ihre Einküfe mit dem Auto, 7,5 Prozent nehmen das Rad und nur vier Prozent gehen zu Fuß zum nächstgelegenen Laden.
  • Gerade einmal fünf Prozent der Befragten sind mit der Nahversorgung in Steißlingen zufrieden. (Quelle: GMA)

 

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