Steißlingen Matthias Schaubel setzt im Bürgermeisterwahlkampf auf die Kraft der Unabhängigkeit

Zur Bürgermeisterwahl in Steißlingen ist der Rechtsanwalt aus Pforzheim der dritte Kandidat, der den Chefsessel im Steißlinger Rathaus erobern will.

Mit Matthias Schaubel tritt ein dritter Kandidat im Rennen um den Chefsessel im Steißlinger Rathaus auf den Plan. "Steißlingen habe ich schon eine Weile im Blick", erklärt der Nordschwarzwälder. Geboren 1972 in Lauffen am Neckar, aufgewachsen in Neuenbürg im Enzkreis und beruflich in Pforzheim als Rechtsanwalt tätig, hat ihn die Liebe in die Region geführt. "Meine Partnerin Jutta wohnt in Eigeltingen", erzählt der Kandidat.

Die Kommunalpolitik erlebt er von Kindesbeinen an: Vater Theo Schaubel war 24 Jahre Bürgermeister in Neuenbürg. Matthias Schaubel wirkt als Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählervereinigung, die zwölf der 22 Sitze im Rat besetzt, in der 7800 Einwohner zählenden Enztal-Kommune. "Für die Arbeit mit dem Gemeinderat bring' ich viel Erfahrung mit", sagt Schaubel und gesteht, dass er die Diskussionskultur im Steißlinger Gemeinderat bewundert. "Was Verwaltung und Parlament hier in den vergangenen Jahrzehnten geleistet haben, ist vorbildlich", betont er. Mehrfach habe er die Sitzungen verfolgt. Und als Amtsinhaber Artur Ostermaier seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hat, habe er entschieden, anzutreten. Als Jurist, Kommunalpolitiker und Vorsitzender einer Baugenossenschaft ist ihm auch der Verwaltungsbereich nicht fremd. Die Tatsache, dass sein Lebensmittelpunkt am weitesten von Steißlingen entfernt ist, will er nicht als Nachteil sehen. "Vor 20 Jahren wäre es schwer gewesen als evangelischer Württemberger im katholischen Südbaden, aber heute ist das möglich." Offen sei, ob Ortsunabhängigkeit eher Makel ist oder den Vorteil bietet, die Themen der Zukunft unvorbelastet anzugehen.

Sechs Themen hat er für seinen Wahlkampf auf der Agenda: Vor allem Bürgernähe ist ihm wichtig, ebenso Bürger rechtzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden. "Das Amt des Bürgermeisters ist geprägt von vielfältigen und verantwortungsvollen Gestaltungsmöglichkeiten", versteht Schaubel den Bürgermeister als Impulsgeber und Moderator. Wenn das Verhältnis von Verwaltung und Rat von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt sei, könnten gemeinsam die besten Lösungen für den Ort erarbeitet werden. Im Bildungsbereich sieht er vieles erreicht. "Aber es wird auch in Zukunft keinen Stillstand geben", sieht er Aufgaben, um den erreichten Standard halten zu können. Die innerörtliche Nachverdichtung müsse aktiv angegangen werden, um das Wohnen in der Gemeinde attraktiv, sozialverträglich und generationenübergreifend zu gestalten. Ebenso wichtig ist ihm der Arbeitsmarkt. Um günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, seien schnellere Datennetze für die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft notwendig. Wenn all dies angepackt werde, dürften die Finanzen dennoch nicht leiden. "Eine nachhaltige Haushalts- und Finanzpolitik, die auch der nächsten Generation Gestaltungsspielraum schafft, ist weiterhin notwendig", so Schaubel. Nicht zuletzt gilt es die intakte Ökologie um Steißlingen zu bewahren. "Der Ausbau zu einer klimafreundlichen Gemeinde ist mir ein besonderes Anliegen."

Dass der Bürgermeisterberuf besondere Herausforderungen stellt, kennt Schaubel vom eigenen Vater. Sieben Tage die Woche rund um die Uhr Bürgernähe zu praktizieren, das betrifft auch die Familie. Deshalb hat er mit seiner heutigen Familie gewissenhaft austariert, ob sie die Idee unterstützen. "Nicht nur mein Sohn und meine Tochter, sondern auch meine Partnerin und deren drei Kinder haben Zustimmung signalisiert", so Schaubel.

Zur Person

Matthias Schaubel ist 45 Jahre alt und betreibt mit zwei Kollegen eine Anwaltskanzlei in Pforzheim. Als Arbeitsschwerpunkte nennt er Zivil- und Verwaltungsrecht. Außerdem wirkt er als Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Birkenfeld. Ehrenamtliches Engagement ist ihm wichtig. Er ist in der Vorstandschaft des Handballclubs Neuenbürg tätig, im Anwaltsverein Karlsruhe, Vorsitzender des Sportgerichts im Handballkreis Pforzheim, so wie im Aufsichtsrat der Kreisbaugenossenschaft Calw. Sein Jurastudium absolvierte er an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Sein Hobby ist die Langstrecke: Er läuft Marathon, fährt Rad und betreibt Skilanglauf.

"Ich hatte gleich das Gefühl, dass mir die Gemeinde liegen wird", verrät Matthias Schaubel.
"Ich hatte gleich das Gefühl, dass mir die Gemeinde liegen wird", verrät Matthias Schaubel. | Bild: Matthias Biehler

Kandidatenvorstellung: Gelegenheit alle drei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl zu erleben gibt es bei der offiziellen Vorstellung am Montag, 9. Oktober, sowie bei der SÜDKURIER-Podiumsdiskussion am Dienstag, 17. Oktober, in der dann frisch sanierten Seeblickhalle.

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