Steißlingen hat als eine von wenigen Gemeinden noch ein eigenes Klärwerk. Nun stehen Sanierungen an, damit der Service für die Einwohner weiter den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Anlage 1993 in Betrieb genommen

Bereits im Februar wurde der Auftrag für die Erfassung der notwendigen Arbeiten an der 1993 in Betrieb genommenen Kläranlage an das Ingenieurbüro Raff aus Gottmadingen erteilt. Burkhard Raff stellte nach der Auswertung der Betriebstagebücher und mehreren Ortsterminen dem Gemeinderat nun die Ergebnisse vor.

Grundsätzlich stellte er fest, dass die auf 7000 Einwohner ausgelegte Kläranlage bei knapp 5000 Einwohnern noch Spielraum nach oben habe. Er schätzte ein Investitionsvolumen für die Sanierung von rund 720 000 Euro. Die Investitionssumme wird für den kommenden Gemeindehaushalt eingeplant.

Dämpfe verflüchtigen sich schnell

Die Arbeiten sollen im Frühjahr erfolgen. Burkhard Raff erklärte, wie die Arbeiten im laufenden Betrieb aussehen könnten. „Im Klärwerk arbeiten wir im aggressiven Medium.“ Darum würde ein Außenlager geschaffen. Die Dämpfe würden sich dort schnell verflüchtigen und auch in der nahen Umgebung nicht wahrgenommen werden.

Zudem ging es um die richtige Methode der Schlammentwässerung. Saniert werden müssen vor allem die Belebungsbecken. Etwaige Sanierungsmaßnahmen an den Betonwänden könnten erst nach dem Ablassen des Wassers erkannt werden. Zudem wird die veraltete Technik zur Belüftung ersetzt.

Werte werden eingehalten

Nach dem positiven Beschluss muss zunächst beim Landratsamt eine Genehmigung beantragt werden, die die Arbeiten im laufenden Betrieb ermöglicht. Die geforderten Werte werden in der Steißlinger Kläranlage eingehalten. Die Anlage ist noch ausreichend dimensioniert.

Burkhard Raff rechnet mit einer Verlängerung der Betriebsdauer für 15 Jahre. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Nitratwerte die letzten Jahre stabil gewesen seien. Auch auf steigende Anforderungen könne man reagieren. Falls weitere Stoffe herausgefiltert werden müssten, können weitere Filteranlagen gebaut werden.

Laufende Kontrollen vorgeschrieben

„Es gibt noch Platz, um die Kläranlage auszubauen“, betonte Bürgermeister Benjamin Mors. Aktuell sieht er dafür aufgrund der erreichten Werte und Bevölkerungsdichte aber keinen Bedarf. Die Wege beziehungsweise Kanäle, auf denen das Abwasser die Kläranlage erreicht, müssen im Rahmen der Eigenkontrollverordnung laufend überprüft und in Zustandsklassen eingeteilt werden.

Bei starken Mängeln besteht kurzfristiger bis umgehender Handlungsbedarf. Die vorgeschriebenen Kontrollen und die zeitnahe Reparatur sollen Vorteile bringen: Schäden werden behoben, bevor sie größere Kosten verursachen, und eine Verschmutzung von Gewässern und Grundwasser durch schadhafte Abwasserkanäle wird vermieden.

Kosten werden umgelegt

Die Kosten hierfür und für die Sanierung der Kläranlage werden auf die Einwohner umgelegt. „Wir sind bei den Gemeindewerken nicht gewinnorientiert“, betonte der Bürgermeister, die Investitionen müssten aber auf die Nutzer umgelegt werden.