Fast schon so fest wie die Eiersuche und der Schokoladenhase gehört auch für viele Menschen im Hegau ein großes Osterfeuer zur Ostertradition. Schöner kann man einen Feiertag kaum ausklingen lassen, als mit Blick auf die bis zu fünfzehn Meter hoch in den Abendhimmel schlagenden Flammen inmitten vieler gut gelaunter Menschen. Vier gigantische Feuer sind für dieses Osterfest wieder angekündigt: In Binningen, Bietingen und Mühlhausen am Ostersonntag, in Steißlingen wie schon seit 35 Jahren am Ostermontag.

Im Christentum symbolisieren das Osterfeuer und die an ihm entzündete Osterkerze die Auferstehung Jesus. Es ist aber nicht der religiöse Hintergrund, der die Osterfeuer in den letzten Jahren zu kleinen Volksfesten mit jeweils mehreren Hundert Besuchern hat werden lassen. Feuer zieht die Menschen seit jeher in seinen Bann. Und in schönster Geselligkeit mit der Familie und Freunden an so einem riesigen Feuer zu sitzen, ist immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Es kann auch gegrillt werden

Alle Organisatoren sind mit Essen und Trinken, teilweise auch mit Zelten und Sitzgelegenheiten, gut auf eine Vielzahl von Besuchern vorbereitet. Überall gibt es für die Kinder richtige Lagerfeuer-Romantik. Sie können schon lange bevor die großen Osterfeuer lodern an Feuerkörben und anderen kleinen Feuerstellen Stockbrot oder Würstle grillen. Zwei der so und so schon bisher riesigen Feuer versprechen diesmal noch ein Stück imposanter zu werden.

Steißlingen: "Ich freue mich schon wieder sehr auf die schöne Atmosphäre“, sagt Maren Haltmeyer von den Pfadfindern DPSG Steißlingen. Die Pfadis organisieren dort das Feuer und das Fest auf dem Geißbühl. „ Da versammelt sich das ganze Dorf."

Bietingen: Aline Riedmüller ist Schriftführerin des MV Bietingen. Die Musiker sorgen für das dort „Osterfunken“ genannte Großfeuer. Sie genieße ganz besonders, dass man rund ums Feuer viele Bekannte treffe, die man oft schon lange nicht gesehen habe, sagt die junge Frau.

Mühlhausen: In Mühlhausen am alten Sportplatz ist die Freiwillige Feuerwehr der Doppelgemeinde der österliche "Brandstifter". Hier legen sich die Floriansjünger noch einmal ganz besonders in das Zeug. Der Grund: Voraussichtlich wird es das letzte Osterfeuer an diesem Ort sein. Eine Bebauung des Areals steht im Gespräch. Das Osterfeuer werde es dennoch weiterhin geben, verspricht Kommandant Reiner Zeller: „Wir schauen uns bereits nach einem anderen Platz um.“

Binningen: In Binningen, wo ebenfalls die örtliche Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hilzingen der Organisator ist, werden die beiden Brandscheite in diesem Jahr nochmal um ein ganzes Stück größer ausfallen. Hier schichtet man vorwiegend Hecken- und Baumschnitt auf. Und von diesem Material sei in diesem Jahr eine sehr große Menge angefallen, erklärt der Abteilungskommandant Franz Zimmermann.