Eine Ausstellung mit dem Titel „Grenzen – grenzenlos“ von Evelyn Vonbun aus Stockach wird am Sonntag, 27. Oktober um 11 Uhr im Steißlinger Rathaus eröffnet. Die Eröffnungsrede hält der ehemalige Stockacher Kulturamtsleiter Thomas Warndorf. Vonbun ist Mitglied der Steißlinger Künstlergruppe Baum des Kunst- und Kulturvereins.

Evelyn Vonbun ist in Malaysia geboren und entstammt einer Handwerker-Familie. Ihr Vater war Tischler und Schreiner und hat seine Holzlasuren selbst hergestellt. Die Tochter malte und bastelte gern. „Pinsel und Farbe begleiten mich schon mein ganzes Leben“, schreibt sie in einer Pressemitteilung. Ihre Kunstlehrerin riet ihr, in Europa Kunst zu studieren, doch ihre zwölfjährige Schulbildung wurde nicht als Abitur anerkannt. Vonbun entschloss sich, eine Malerausbildung zu machen, die sie mit dem Meistertitel abschloss. Neben dem Handwerksberuf besuchte sie, inzwischen verheiratet und in Stockach sesshaft, viele Kunstkurse und bildete sich an der Kunstakademie Überlingen weiter. Mit 60 Jahren gab sie ihren Betrieb auf, um sich ganz der Kunst zu widmen. Seit 2017 ist sie Mitglied der Baum-Gruppe. „Unter den netten und kreativen Menschen fühle ich mich wohl“, erklärt sie.

Zum Titel ihrer Ausstellung „Grenzen“ schreibt sie, sie sei kein politischer Mensch, aber politisch interessiert. Die Entwicklungen in der Welt, die sie durch das Zeitung lesen verfolgt, stimmten sie nachdenklich. Sie fragte sich, wodurch Grenzen entstünden. Sie entstünden dort, wo es Unterschiede und Ungleichheit wie zum Beispiel arm und reich gebe. Armut treibe die Flüchtlinge dazu, Grenzen zu durchbrechen, was viele mit ihrem Leben bezahlen. Noch mehr Grenzen zu bauen sei keine Lösung, so Vonbun. Helfen würde, die Unterschiede zu schmälern und die Ursachen zu bekämpfen.

Die Liebe zur Kunst kenne keine Grenzen und deshalb seien bei der Vernissage am Sonntag alle Interessierten und Kunstfreunde zu einem grenzenlosen Austausch eingeladen. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen und geht bis 22. November.