Steißlingen Ein Abschied mit vielen Zwischentönen

Elf Redner lobten die Arbeit des Steißlinger Bürgermeisters Artur Ostermaiers bei der Verabschiedung nach 40 Jahren und zeigten viele Facetten des leidenschaftlichen Kommunalpolitikers.

Peter Kessler, Bürgermeister von Moos, schätzt Artur Ostermaier als Kollegen. Er sprach bei der Verabschiedung für alle Bürgermeister im Kreis und überbrachte ein Geschenk in vier Teilen. Ein Bürgermeisterständchen, ein Erinnerungsstück aus jeder Gemeinde, zum Beispiel einen Abseilkurs in die Tiefen der Aachhöhlen, eine Bürgermeistereiche, die im Frühjahr gepflanzt wird und, gemeinsam mit Steißlingens Gemeinderäten, eine Vespa, mit der die Ostermaiers künftig durch den Hegau düsen können. Besonders habe Kessler sich als Briefmarkensammler aber über die Ostermaier-Briefmarke auf dem Einladungsschreiben gefreut. Da er bis jetzt nur Bundespräsidenten in seiner Sammlung habe, bekomme Ostermaier nun einen Ehrenplatz zwischen Theodor Heuss und Walter Scheel.

Arturs Tafelrunde

Bundestagsabgeordneter Andreas Jung erinnerte an die Bürgermeisterrunden, bei denen ihm die Bürgermeister im Kreis sagten, was getan werden müsste. "Ich kam in den Sitzungssaal des Steißlinger Rathauses und da erwartete mich Artur und seine Tafelrunde und es wurde Tacheles geredet", erzählte er. Ein anderes Bild zeichnete Gemeindetagspräsident Roger Kehle. Die Damen des Gemeindetages waren immer besonders angetan, wenn Ostermaier in Stuttgart weilte. Sie bezeichneten ihn gar als "Gentleman vom Bodensee".

Er war als Vizepräsident für den Gemeindetag außerdem "ein guter Ratgeber und Repräsentant, ein kommunalpolitisches Schwergewicht und ein Vorbild für viele junge Kollegen". Der Bürgermeisterchor dichtete: "Er ist cool in der Erscheinung, hat zu allem eine Meinung." Bürgermeisterstellvertreter Hugo Maier bezeichnete ihn als "Hochleistungsmotor und ruhenden Pol in einem". Er habe 40 Jahre Vollgas in Steißlingen gegeben und gleichzeitig Tempo-30 in der Gemeinde mit durchgesetzt.

Weib und Gesang

Auffällig war, dass es im Chor der Bürgermeister nur eine weibliche Stimme, die von Radolfzells Bürgermeisterin Monika Laule, gab. In vielen Chören sind Männerstimmen nämlich Mangelware. Für einen Ausgleich sorgten die Lehrer der Gemeindemusikschule mit ihren Auftritten und einer stimmgewaltigen Cornelia Scherrer. Auch die Rolle der Frau an Ostermaiers Seite ist nicht zu unterschätzen. Viele Redner dankten Irene Ostermaier für ihre Stärke, auch in der Öffentlichkeit zu stehen und ihren liebenswerten Charme. Sie habe das Amt mitgetragen, freundschaftliche Beziehungen gepflegt und der Familie Halt gegeben. Artur Ostermaier will in seinem Ruhestand vor allem Zeit mit seiner Frau und seiner Familie verbringen. Ein ehrenamtliches Engagement, neben dem des DRK-Ortsvereinsvorsitzenden, schließt er aber nicht aus.

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