Steißlingen Ein Abschied mit allen Ehren für Steißlingens Bürgermeister

Artur Ostermaier ist nach 40 Jahren im Amt mit einem Festakt in der Steißlinger Seeblickhalle in den Ruhestand verabschiedet worden. Er erhielt unter anderem von Landrat Frank Hämmerle die Staufermedaille des Ministerpräsidenten.

Mehr geht nicht: Bürgermeister Artur Ostermaier hat bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand in der Steißlinger Seeblickhalle jedes Lob und alle Auszeichnungen bekommen, die ein Kommunalpolitiker bekommen kann. Landrat Frank Hämmerle verlieh ihm in Vertretung von Ministerpräsident Kretschmann die Staufermedaille. Der Präsident des Gemeindetages, Roger Kehle, überreichte ihm die Freiherr-vom-Stein-Medaille für seine Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung und Hugo Maier, Bürgermeisterstellvertreter von Steißlingen, übergab ihm die Urkunde, die ihn zum Ehrenbürger der Gemeinde macht.

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer fragte in ihrer Ansprache, wer eigentlich beim Neujahrsempfang der IHK sei. Die meisten Entscheidungsträger hätten sich doch offensichtlich entschieden, Ostermaier die Ehre zu erweisen. Diese Verabschiedung nach 40 Jahren sei auch außergewöhnlich, die Mehrheit der Bürgermeister würde nicht länger als eine Periode im Amt sein, so Schäfer. Doch mit Gewöhnlichkeit hat Ostermaier eh nicht viel am Hut: Er war bei Amtsantritt 1977 der jüngste Bürgermeister im Land und ist jetzt der Dienstälteste. Er sei im Schnitt mit über 90 Prozent von den Steißlingern vier Mal wiedergewählt worden. „Er hat weit über die Gemeinde hinaus gewirkt, war immer am Ergebnis orientiert und trotzdem ein Visionär“, sagte Schäfer mit Blick auf zum Beispiel die Einrichtung einer der ersten Gemeinschaftsschulen im Land. Landrat Frank Hämmerle sprach zu Ostermaier als Freund, der ihm 37 Jahre ein Weggenosse war. Steißlingen habe eine der dünnsten Gemeindeakten im Kreis, weil der Bürgermeister immer wiedergewählt wurde, und die Haushaltspläne immer einen Überschuss aufwiesen. 

Als Mitglied des Kreisrates habe Ostermaier wichtige Entscheidungen, wie zum Beispiel den Neubau der Berufsschulzentren mit auf den Weg gebracht oder an der Gründung des Gesundheitsverbunds mitgewirkt. „Dein Wort hat großes Gewicht, Du agierst besonnen und hast die Fähigkeit, auf das Ende des Weges zu schauen“, sagte Hämmerle. Gemeindetagspräsident Roger Kehle blickte auf die „beeindruckende Lebensleistung“ seines Vizepräsidenten. Er sei ein glühender Vertreter des ländlichen Raums und vor allem „immer gut gelaunt“ gewesen. 

Die Bürgermeister des Landkreises machten ein besonderes Geschenk: Sie sangen Ostermaier fast vollständig ein Ständchen und betonten damit den besonderen Zusammenhalt der Gemeinden im Kreis. Bundestagsabgeordneter Andreas Jung brachte keine Auszeichnung, aber den größten Respekt vor den Leistungen Ostermaiers mit. Der Steißlinger war eine Stimme der Kommunen im Land und habe den Menschen in seiner Gemeinde eine Heimat gegeben. Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger lobte die wunderbare und lebendige Gemeinde Steißlingen. Für einen rührenden Moment sorgte St. Palais sur Mers Bürgermeister Claude Baudin, der die 25 Jahre währende Partnerschaft als tiefgehende Freundschaft lobte und dem, in Erinnerung an gemeinsame Momente, fast die Stimme versagte. 

Storchenzunftmeister Markus Löffel sprach für die Vereine: „Die Vereinsarbeit war Dir immer wichtig, Du hast uns unterstützt und Deine Tür stand immer offen.“ Er überreichte den Ostermaiers goldene Eintrittskarten für alle Veranstaltungen der Steißlinger Vereine. Die Rathausmitarbeiter Roland Schmeh und Achim Sauer wollten sich gar nicht von ihrem Chef trennen, und ernannten ihn in einem kleinen Theaterstück zum Amtsboten. Bürgermeisterstellvertreter Hugo Maier zählte die vielen Fortschritte auf, die die Gemeinde in der Amtszeit Ostermaiers gemacht hat. „Wir Steißlinger sind stolz auf Sie“, sagte er. Ostermaier dankte sichtlich bewegt den Bürgern, den Gemeinderäten und seinen Mitarbeitern im Rathaus. "Ich konnte mich immer voll auf Sie verlassen. Für mich war der Beruf des Bürgermeisters Lebensinhalt und Erfüllung“, sagte er. Sein besonderer Dank galt seiner Frau Irene: „Du hast mich wunderbar begleitet und unterstützt.“

Amtszeit in Zahlen

In Artur Ostermaiers 40-jähriger Amtszeit ist Steißlingen von 3266 auf 4998 Einwohner gewachsen, die Zahl der Arbeitsplätze von 500 auf 1700. Ostermaier war bei 1344 Gemeinderatssitzungen. Er vertrat als einer der Vizepräsidenten des Gemeindetags 1062 Städte und Gemeinden, auf Bundesebene waren es 11 500. Ostermaier ist seit 39 Jahren im Kreistag, seit 1999 Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. 1999 erhielt er die Landkreismedaille in Bronze, 2009 die in Silber. Engens ehemaliger Bürgermeister Manfred Sailer hat ihn als Lehrling, Mitarbeiter und Kollege über 50 Jahre lang begleitet.

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