Singen – Die Preise für Zivilcourage der Stadt Singen bekamen in diesem Jahr zwei Frauen. Der Hauptpreis, dotiert mit 800 Euro, ging an Carmen Scheide, die sich seit Jahren mit der der Geschichte der Theresienkapelle beschäftigt. Als Müllpatin bekommt Birgit Hafner einen Anerkennungspreis in Höhe von 200 Euro.

Kapelle als Erinnerungsort

Der Begriff Zivilcourage gehe auf die Französische Revolution und die Emanzipation des Bürgertums zurück, begann Stadtarchivarin Britta Panzer ihre Laudatio über Carmen Scheide. „Zivilcourage – auch Bürgermut – ist das Sich-Einsetzen für allgemeine Werte und soziales Engagement, das für die Gesellschaft Gutes bewirkt“ – diese Definition habe ihr am besten gefallen, führte Britta Panzer aus. Sie schlug den Bogen von der rasanten Entwicklung der Stadt Singen vom Dorf zur Industriestadt, in der heute viele Nationen friedlich zusammen leben, hin zur Arbeit der Preisträgerin. Als Vorsitzende des Fördervereins Theresienkapelle hatte Carmen Scheide sich im Jahr 2016 erstmals an Britta Panzer wegen eines Vortrags gewandt und ein Jahr später ein gemeinsames Projekt zum 70-jährigen Bestehen der Theresienkapelle vorgeschlagen.

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Sie habe Respekt vor der Zusammenarbeit mit einer Dozentin für osteuropäische Geschichte gehabt, sagte Britta Panzer. Weil die Wellenlänge stimmte, entwickelte sich daraus eine fruchtbare Zusammenarbeit und Freundschaft. Für die Finanzierung der Publikation zum Jubiläum der Theresienkapelle habe Carmen Scheide alle Hebel in Bewegung gesetzt. „Als Vorsitzende des Fördervereins Theresienkapelle setzt sie sich gemeinsam mit dem Singener Ehrenbürger Wilhelm Waibel engagiert für den Erhalt der Kapelle in baulicher Hinsicht und als Erinnerungsort ein“, so Britta Panzer. Ihr sei es wichtig, dass die Geschichtsarbeit von Wilhelm Waibel nicht verloren geht.

Carmen Scheide zeigte sich gerührt von der Laudatio. „Eigentlich bin ich ein ängstlicher Mensch“, sagte Scheide. Sie sieht den Preis als Anerkennung für die Theresienkapelle als lebendiges Symbol für Frieden und Versöhnung, aber auch als Anerkennung für die Zivilgesellschaft und Meinungsfreiheit. Sie dankte Wilhelm Waibel und Marcus Welsch, der den Film „Der Chronist“ gedreht hatte und möchte den Ort Theresienkapelle erlebbar erhalten.

Unermüdliche Müllsammlerin

Zu viel Müll gibt es in der Singener Innenstadt und auch in Randzonen, wie am Haselmooserweiher in der Südstadt. Dort sammelt Birgit Hafner, die in Rielasingen wohnt, seit längerem regelmäßig Müll, wenn sie dort mit ihrem Stiefsohn Dennis und ihrem Hund spazieren geht. Ungefähr alle zwei Wochen bringt sie einen vollen Müllsack zu den technischen Betrieben. Für diese Arbeit als Müllpatin erhält sie den Anerkennungspreis.

Zum Thema Müll präsentierte Marcel Da Rin, Leiter der Abteilung Kriminalprävention, einen neuen Kurzfilm, den die Agentur „Ganssimpel“ produziert hat. Darin beziehen Bürger zum Thema Sauberkeit in Singen Stellung, wobei Erstaunliches zutage trat – beispielsweise, dass auf dem Heinrich-Weber-Platz 15.000 Kaugummis kleben.

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