Reisen während einer weltweiten Pandemie ist ein Wagnis. Das war auch meinem Freund und mir bewusst, als wir uns dazu entschieden, in diesem Jahr einen Sommerurlaub im Ausland zu buchen.

Nach Italien sollte es gehen, in ein kleines Hotel, mit dem Auto. So wollten wir uns den Einreise-Stress am Flughafen ersparen. Außerdem sank mit steigender Impfrate auch die Zahl der Infektionen in Italien und die Inzidenz war Anfang August nicht viel höher als in Deutschland.

Da wir beide vollständig geimpft sind, war es für uns nicht relevant, ob Italien von der Bundesregierung als Hochrisikogebiet eingestuft wird. Lediglich bei einer Einstufung als Virusvarianten-Gebiet hätten wir uns mit einem negativen Corona-Test von der Quarantäne befreien müssen. Dies war allerdings nicht der Fall. Und somit stand einem Sommerurlaub im Süden nichts mehr im Weg – dachten wir zumindest.

Absage kurz vor Reiseantritt

Denn kurze Zeit vor Reiseantritt erhielten wir eine E-Mail aus Italien, die unsere Reisepläne zerstörte. In dieser stand, dass unser gebuchtes Hotel wegen mehreren Corona-Infektionen beim Personal und bei Gästen für die kommenden Wochen dicht machen muss.

Die Ferienanlage wurde zu einem Corona-Hotspot mitten in Italien. Glücklicherweise hätten wir den Gesamtbetrag für die Übernachtungen erst vor Ort zahlen müssen, und der geringe Anzahlungsbetrag wurde schnell zurücküberwiesen. Auf weitere E-Mails antwortete die Unterkunft nicht mehr.

Last Minute nach Rhodos

Unsere Enttäuschung war groß. Doch ganz wollten wir nicht auf den Urlaub im August verzichten. Die Koffer waren fast schon gepackt und die Sehnsucht nach Sonne groß. Auf der Suche nach einem Alternativurlaub stießen wir schnell auf ein Last-Minute-Angebot für die griechische Ferieninsel Rhodos.

Weiße Häuser, enge Gassen: Auf Rhodos gibt es jede Menge Fotomotive.
Weiße Häuser, enge Gassen: Auf Rhodos gibt es jede Menge Fotomotive. | Bild: Anina Kemmerling

Zwar wollten wir ursprünglich auf eine Flugreise verzichten, doch der Zeitdruck erforderte Kompromisse. Und Fliegen war dann doch weniger kompliziert als erwartet: Bei der Hinreise mussten wir nur ein Einreiseformular für Griechenland, und bei der Rückreise für die Schweiz ausfüllen. Lediglich beim Check-In am Flughafen Zürich wurden wir nach unserem Impfzertifikat gefragt.

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Auf Rhodos angekommen konnte bei 35 Grad am Strand all der Stress in der Heimat vergessen werden. Trotz der steigenden Corona-Zahlen in Griechenland waren Maßnahmen kaum zu spüren. Die Strände, Bars und Restaurants waren gefüllt mit Touristen aus aller Welt. Wie uns der Besitzer eines Restaurants erzählte, herrsche ein Touristenansturm, den es in den Jahren zuvor – auch vor der Pandemie – nicht gegeben hätte.

Inzwischen gelten neue Regeln

Für ungeimpfte und nicht-genesene Urlauber könnte der Sommerurlaub in Griechenland inzwischen allerdings zum Problem werden. Seit rund einer Woche sind neben Kreta die griechischen Inseln Rhodos, Kos, Mykonos und Naxos als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

Die Inseln gelten wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland. Einreisende nach Deutschland, die weder geimpft noch genesen sind, müssen bei ihrer Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne. Von der Quarantäne-Pflicht kann man sich allerdings nach fünf Tagen mit einem negativen Testergebnis befreien.