Bürgermeisterin Ute Seifried bezog klar Stellung. „Gewalt an Frauen ist ein zentrales gesellschaftliches Thema, und wir wollen entschlossen gegen diese Gewalt stehen“, sagte sie am Freitag, 25. November, bei einer Mahnwache zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Und sie nannte eine schreckliche Zahl: „Alle 45 Minuten wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner verletzt.“

Auch ein Zeichen für den Weltfrieden

Bei der Mahnwache vor der Herz-Jesu-Kirche in Singen unter dem Motto „Zusammenhalten – Innehalten“, die vom Landkreis, der Stadt Singen und dem Forum der Religionen in Singen organisiert wurde, ging es aber auch darum, ein Zeichen für den Weltfrieden und gegen jede Gewalt zu setzen. Elisabeth Paul, Claudia Napel und Wolfgang Heintschel gaben mit Musik und Gesang der Mahnwache den passenden musikalischen Rahmen.

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80 Prozent der Opfer sind Frauen

Petra Martin-Schweizer, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, machte das Ausmaß der Gewalt an Frauen deutlich. „Von jährlich 140.000 Opfern häuslicher Gewalt in Deutschland sind 80 Prozent Frauen“, berichtete sie. Das seien aber nur die Fälle, die angezeigt würden. Viele Frauen würden sich nicht trauen oder sich schämen, Anzeige zu erstatten.

Wenn eine Frau von ihrem Partner geschlagen oder umgebracht werde, spreche man oft verharmlosend von Familiendrama, dabei handle sich im zweiten Fall um Mord. Petra Martin-Schweitzer bedankte sich bei allen, die in Beratungsstellen und Frauenhäusern den Frauen Hilfe bieten. Sie appellierte, dass jeder in seinem Umfeld auf Zeichen von Gewalt achten und Hilfe anbieten könne.

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Gebete für Frieden und gegen Gewalt

Frauen verlasen dann Zitate von Frauen, die häusliche Gewalt erleiden mussten. „Er hat mich gewürgt, und die Kinder haben es gesehen“, war eines davon. Unter der Regie von Pfarrerin Andrea Fink-Fauser trugen Frauen verschiedener Nationen ein Gebet in ihrer Muttersprache vor, und zum Schluss beteten alle gemeinsam das Gebet der Vereinten Nationen, in dem es heißt: „An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.“