Wir wollten wegrennen. Kaum hatte die Kanzlerin im März die ersten Corona-Verordnungen verkündet, streiften sich die Frauen und Männer unserer Region bunte Kunstfaser-Outfits über. Schnell noch den Haustürschlüssel am Schnürsenkel befestigen, dann aber nichts wie los.

Eigentlich hatte Angela Merkel ja nur gewollt, dass wir mitziehen. Stattdessen wurde im Hegau, auf der Höri und am Bodensee angezogen. Und zwar so richtig. Laut schnaufend gaben wir in den folgenden Wochen unser Bestes, um dem Virus davonzujoggen: Das Immunsystem will gestärkt sein. Zweieinhalb Monate später gilt das noch genauso wie damals. Oder doch nicht?

Wer dieser Tage die Waldwege der Region in den Blick nimmt, könnte fast meinen, dass so mancher Jogger auf der Strecke geblieben ist. Geht uns Hobbysportlern etwa die Luft aus? Nein, zumindest in meinem Bekanntenkreis hat sich einfach nur die Spielwiese verlagert. Statt Jogging- trägt der Krisensportler im Moment Rennradschuhe. Damit ist man schon von weitem zu hören, während man sich lässig klackernd auf seinen Rennesel zubewegt. Wenn man schon an einem krisengestählten Körper schmiedet, soll das auch jeder mitbekommen.

Den Krisentriathlon zu Ende gedacht

Und denkt man diesen umgekehrten Triathlon weiter, der joggend beginnt und sich in die Klickpedale tretend fortsetzt, landet man logischerweise im Wasser. Tatsächlich: Andere Sportsfreunde plündern gerade vorzeitig die Urlaubskassen, um sich luftgefüllte Bretter zu kaufen, mit denen es sich über den See balancieren lässt. Stand-Up-Paddeln liegt hoch im Kurs.

Die aktuellste Sportnachricht hat uns alle am Dienstag erreicht: Fitnessstudios sind offen.

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Der Bericht unserer Mitarbeiterin zeigt, das wird dankbar angenommen. Gut so. Denn, wir sind vielleicht zu motiviert, um es überhaupt zu merken, aber diese Krise hat uns einen Schub gegeben. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Geschichten, die wir irgendwann unseren Enkeln erzählen werden.

Die Abenteuer-Storys der Zukunft

Statt dröge über Klopapierkäufe und angelaufene Brillengläser zu dozieren, kann Opa schildern, wie er Anno 2020 beim Joggen Füchse aufgeschreckt hat. Oder wie er bei der Youtube-Yoga-Stunde gleichzeitig Oberschenkel-Krämpfe und einen steifen Hals gekriegt hat. Und, natürlich wie es sich anfühlt, sein Smartphone auf dem Seegrund zu versenken, während man selbst Paddel-wedelnd vom Brett segelt. Es lebe der Sport!

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