Sehnsucht nach Freunden und Sorgen um Schlechtergestellte– das sind die Probleme in der Pandemie, von denen junge Frauen bei einem Wahlkampftermin der Grünen Landtagskandidatin Dorothea Wehinger berichtet haben. Gemeinsam mit Gunda Wöhrle von der Grünen Jugend und der Historikerin Carmen Scheide sprach die Politikerin mit fünf Teilnehmerinnen über ihre Situation. „Es heißt oft, die Politik würde die jungen Leute vergessen. Ich möchte wissen, wie die Situation für euch ist“, begrüßte Wehinger und ermutigte sie, ihre Erfahrungen zu schildern. Die jungen Frauen waren sich einig, dass die Zeiten nicht einfach sind, aber es auch schlimmer sein könnte. „Unsere Generation hat auch Glück, es ist nur eine Pandemie und kein Weltkrieg“, sagte eine 23-jährige Teilnehmerin, die in der Pflege arbeitet.

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Auch andere Teilnehmerinnen betonten, dass sie selbst ganz gut klar kämen. Die jungen Frauen erklärten, dass sie sich selbst gut organisieren könnten, aber wiesen mehrmals auf die Situation jüngerer Kinder und junger Menschen aus einem schwierigen sozialen Umfeld hin. „Diesen Kindern geht es ziemlich schlecht, die haben es sehr schwer und das wird auch nach der Pandemie nicht sofort weggehen“, gab eine 17-jährige Schülerin zu bedenken.

Corona bietet auch Chancen

„Corona birgt aber auch seine Chancen, Versäumnisse der letzten Jahre wieder wett zu machen. Denn die Pandemie deckt auch Sachen auf, die vernachlässigt wurden“, sagte Gunda Wöhrle mit Blick auf die Digitalisierung und die Diskussion über Löhne in der Pflege. Auch in ihrer Freizeit konnten die Teilnehmerinnen teilweise positive Seiten der Situation sehen, so verbrächten einige mehr Zeit mit ihrer Familie. Ihre Freunde und die Kontakte in der Schule oder Universität vermissten sie jedoch alle.

Studenten stehen vor schweren Entscheidungen

Auch Carmen Scheide, die Dozentin an der Berner Universität ist, erzählt von den Schwierigkeiten ihrer Studenten, bei denen das gemeinsame Lernen und die sozialen Begegnungen wegfallen. „Für Erstsemester finde ich das brutal“, sagt sie mit Blick auf diejenigen, die während der Pandemie ein Studium begonnen haben und keine anderen Studenten kennenlernen können.

Auch wenn sie die Schule vermissten, kritisierten die Teilnehmerinnen die Regelungen der Schulöffnungen, so sagte eine Schülerin: „Man hat nicht das Gefühl, dass es dabei immer um das beste Wohl der Kinder geht“. Die Schulleiter, Lehrer und Schüler seien mit zu vagen und komplizierten Regeln von der Politik alleine gelassen wurden. Von der Politik wünschten die jungen Frauen sich klaren und einheitlichen Anweisungen für Schulen und rechtzeitig kommunizierte Regelungen für Universitäten.

„Ich bin ganz überrascht, wie die jungen Frauen das so positiv sehen, das finde ich sehr stark“, zeigte sich die Historikerin Scheide beeindruckt.