Scheinbar auf denselben Stühlen wie bei der Einweihung der Hardtschule vor 51 Jahren nahmen die Gäste des Festakts Platz. Man sei ja sparsam, erklärte Schulleiterin Katharina Ache-Hirschmann schmunzelnd.

Die Hardtschule feierte ihr Jubiläum anlässlich des 50 + einjährigem Bestehen. Die eigentliche Feier im letzten Jahr konnte wegen der pandemischen Lage nicht abgehalten werden. Eines veränderte sich in den fünf Jahrzehnten nicht: Eine möglichst gute Integration der Schüler ist damals wie heute die Hauptaufgabe der Hardtschule.

Schüler haben sich zum Jubiläum viel einfallen lassen

Die Stars der Feierlichkeit waren die Schulkinder mit einem erfrischenden Programm. Sie sangen ein Lied zum Schuljubiläum oder zeigten auf, wie sie einen kunstvollen Wandteppich zum Schuljubiläum nach dem Entwurf von Schülerin Nika Miller gestaltet hatten.

Die Gäste sind begeistert von den Kindern und ihrem Musicalauftritt Frederick.
Die Gäste sind begeistert von den Kindern und ihrem Musicalauftritt Frederick. | Bild: Sandra Bossenmaier

Beeindruckend war der Musicalbeitrag „Frederick“ und eine sportliche Modenschau, bei der die aktuellen Trends der Mode stilvoll präsentiert wurden. Entstanden waren die tollen Bekleidungsstücke samt Accessoires aus Seiten des SÜDKURIERS.

Beim Festakt gibt es eine Modenschau mit den neuesten Trends.
Beim Festakt gibt es eine Modenschau mit den neuesten Trends. | Bild: Sandra Bossenmaier

Seit Bestehen der Schule sei das Aufnehmen neuer Schulkinder aus fremden Ländern und deren Einführung in die Sprache und Kultur eine große Aufgabe, so Schulleiterin Katharina Ache-Hirschmann. Man hole junge Menschen und oft sogar ganze Familien ab, biete ihnen eine Anlaufstelle um sie behutsam in ein für sie völlig fremdes System einzugliedern.

Schritt für Schritt lernen die Kinder die Sprache ebenso wie alle anderen Lerninhalte. Aber Deutsch und Mathematik könne ein Kind nur dann lernen, wenn es emotional Fuß gefasst und in die Struktur reingewachsen sei. Sprache und Kommunikation als Schlüsselkompetenzen für Integration seien Kernthemen der täglichen Arbeit, so die Schulleiterin.

Oberbürgermeister Bernd Häusler übergibt an Schulleiterin Katharina Ache-Hirschmann Geschenke anlässlich des Schuljubiläums.
Oberbürgermeister Bernd Häusler übergibt an Schulleiterin Katharina Ache-Hirschmann Geschenke anlässlich des Schuljubiläums. | Bild: Sandra Bossenmaier

Oberbürgermeister Bernd Häusler brachte neben einem Scheck symbolträchtige Geschenke zum Fest mit. Ein Handtuch, damit alles in trockenen Tüchern bleibt, eine Tasse mit Beruhigungstee vom Hohentwiel sowie Honig aus heimischem Anbau.

Schule und Schulträger haben laut Häusler inzwischen nicht mehr nur einen Bildungs- sondern auch einen Erziehungsauftrag. Vieles was früher in den Elternhäusern funktionierte, müsse nun die Schule übernehmen. Er dankte allen Singener Schulleitungen sowie der Lehrerschaft und den Elternbeiräten für deren Motivation die Dinge anzugehen.

Annika Leitz kam in doppelter Funktion zum Festakt. Sie verbrachte ihre ersten vier Berufsjahre an der Hardtschule. Diese Zeit sei ein Ankommen in einem tollen Team oder auch eine sehr freudvolle Zeit gewesen. Als Schulrätin übermittelte sie Glückwünsche vom Staatlichen Schulamt Konstanz.

Die Arbeit an der Hardtschule zeichne sich durch hohe Professionalität, Innovation und durch ein starkes Miteinander aus. Es gelinge in hohem Maße das einzelne Kind anzunehmen und an die Hand zu nehmen. Die Hardtschule sei ein Lern- und Lebensraum für eine bunte Schülerschaft. Diese Schule habe es in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschafft, adäquate Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen zu finden.

Die Gäste beim Festakt zum 50 + 1 Jubiläum der Hardtschule in Singen.
Die Gäste beim Festakt zum 50 + 1 Jubiläum der Hardtschule in Singen. | Bild: Sandra Bossenmaier

Weitere Grußworte, Glückwünsche und Geschenke gab es von Julia Schaal vom Elternbeirat und Alexander Reim vom Förderverein. Julia Schaal berichtete vom Schulstart ihres Sohnes vor zehn Jahren. Damals habe er einen holprigen Start gehabt. Aber sie erinnere sich gut an seine Klassenlehrerin, die genauer hinschaute und den Jungen ermutigte. Sie habe ihm das Gefühl von Annahme und Wertschätzung vermittelt.

„50 Jahre und kein bisschen alt“

Und auch Anja Claßen, geschäftsführende Schulleiterin in Singen, überbrachte Glückwünsche im Namen der Singener Schulleitungen. „50 Jahre und kein bisschen alt“, das merke man immer, wenn man in die Hardtschule käme.

Vieles habe sich in den letzten 50 Jahren verändert, aber manches sie beständig geblieben, so Anja Claßen. Um zu erkennen welche Elemente des Schullebens verändert werden müssen und welche guten bewährten Prozesse es zu erhalten und bewahren gilt, brauche es eine gute Schulleitung mit einem innovativen Team. Das gebe es an der Hardtschule.

Am Ende des offiziellen Teils übernahm Überraschungsredner Rainer Hespeler das Wort. Bei seiner damaligen Schulentlassung habe er sich erhofft, nie mehr eine Schule besuchen zu müssen. Und seine Lehrer hatten sich erhofft, dass er nie mehr in seinem ganzen Leben eine Schule besuchen werde, erzählte der Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Doch für die Überleitung zum Stehempfang war er dann doch gut geeignet.