Die Singener Sozialrunde, die sich aus Mitgliedern der Liga der freien Wohlfahrtpflege im Kreis Konstanz zusammensetzt, hat bei einem Aktionstag auf dem Heinrich-Weber-Platz in Singen über die Themen Armut und Klimawandel informiert.

Laut Pressemitteilung sollten den Besuchern die Zusammenhänge vor Augen geführt werden: Die Auswirkungen des Klimawandels träfen vor allem arme Bevölkerungsschichten, heißt es in der Mitteilung. Immer mehr Menschen könnten sich die hohen Kosten unter anderem für Energie und Miete nicht mehr leisten. Dadurch drohe eine massive Verarmung.

Viele oder viel zu wenig Hilfen?

Zu den konkreten Auswirkungen im Kreis Konstanz und in der Stadt Singen fand eine Podiumsdiskussion statt. Die Bundestagsabgeordnete Lina Seitzl (SPD) vertrat dort den Standpunkt, dass die Bundesregierung schon viele Maßnahmen auf den Weg gebracht habe, um die Not zu linderen. Udo Engelhardt, Vorsitzender der Tafeln im Kreis Konstanz, schilderte eindringlich, dass die Tafeln an ihrer Leistungsgrenze angekommen seien und dringend mehr Hilfen bräuchten.

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Agnes Vokshi, Sprecherin von Fridays for Future, wies auf die Dringlichkeit des Themas hin. Es gebe nur noch ein kleines Zeitfenster, um wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel umzusetzen. Winfried Kropp vom Mieterbund Bodensee sprach über die Situation von armen Menschen. Diese wohnten in den allermeisten Fällen in Wohnungen mit schlechter Dämmung und müssten aus diesem Grund hohe Heiz- und Energiekosten bezahlen. Dieses Geld fehle wieder an anderer Stelle.

Sozialverbände fordern mehr Geld

Einigkeit bestand darüber, dass die Auswirkungen der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs Menschen aus armen Bevölkerungsgruppen mehr treffen als andere. Angesichts der Situation fordern die veranstaltenden Sozialverbände laut Mitteilung „eine armutsfeste und repressionsfreie Grundsicherung.“ Das ab Januar geplante Bürgergeld reiche nicht aus, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Die Regelsätze müssten dringend erhöht werden.

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