Im Treffpunkt Horizont wird diese Tage der Blick auf ein besonderes Thema gelenkt. Dort ist noch bis Samstag eine Ausstellung zu sehen, die sich mit dem Thema Menschenhandel beschäftigt. Die Wanderausstellung des bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel (KOK) wird in Zusammenarbeit mit dem Fraueninformationszentrum (FIZ) Stuttgart, Caritas, der Stabsstelle Integration sowie dem Vereins InSi (Integration in Singen) gezeigt.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Florentine Bückle und Luam Okbamicael vom FIZ waren zur Eröffnung nach Singen gekommen. Sie möchten die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren.

Eine Beispielgeschichte berührt

Am Beispiel einer gebürtigen Ungarin und deren Lebensweg wurde deutlich, wie Menschenhandel funktioniert. Florentine Bückle las die Geschichte von Monika, 1979 in Ungarn geboren. Hier handele es sich um einen wahren Fall, der die Beratungsstelle in Stuttgart vor Jahren beschäftigt hat, so Luam Okbamicael. Die Zuhörer erfuhren, wie die Frau ihre Situation über die Jahre irgendwie, aber mit immer neuen Verletzungen meistert. Doch die Vergewaltigungen beschäftigen sie noch heute.

„Wir sollten genau hinschauen, auch in unserem Umfeld“, sagte Linda Kelmendi von der Stabsstelle Integration.

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Die Fachberatungsstelle in Stuttgart besteht seit 1987, der Koordinierungskreis entstand 1999. Im Raum Südbaden gibt es allerdings nur in Freiburg und Kehl Fachberatungsstellen, die sich mit Menschenhandel beschäftigen. „Wir würden in unserer Region gern eine Beratungsstelle haben, denn das Thema Menschenhandel gibt es nicht nur in Großstädten“, sagte die Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger. „Wir fänden es gut, wenn sich hier eine Kooperation entwickelte.“