Ein neues Netzwerk beginnt mit seiner Arbeit: Zum Start einer neuen Initiative bietet diese Informationen über finanzielle Fördermöglichkeiten für Familien mit einem schmalen Geldbeutel an. Bislang haben sich 110 Menschen dem Netzwerk angeschlossen. Alle wollen Kindern und Jugendlichen eine gute Zukunft mit gleichen Chancen ermöglichen.

Erstes Treffen in Video-Konferenz

Das neue Netzwerk Singener Wegweiserinnen traf sich kürzlich zum ersten Mal im Rahmen einer Video-Konferenz. Alexandra Guldin vom Verein Kinderchancen und Petra Merklin von Netzwerk bei der Stadt empfingen rund 60 Gäste, die sich als Wegweiserinnen für mehr Bildung und Teilhabe engagieren. Silvia Fleiner informierte über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien.

Petra Merklin und Alexandra Guldin (von rechts) sind in Singen für den Ausbau des Projekts Wegweiserinnen zuständig. Hinten sitzt Martin Burmeister von der Stadtverwaltung Singen. Das Bild entstand bei einem Martinimarkt im Jahr 2019.
Petra Merklin und Alexandra Guldin (von rechts) sind in Singen für den Ausbau des Projekts Wegweiserinnen zuständig. Hinten sitzt Martin Burmeister von der Stadtverwaltung Singen. Das Bild entstand bei einem Martinimarkt im Jahr 2019. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

„Je größer das Netzwerk, desto engmaschiger können wir Familien helfen“, sagte Alexandra Guldin. Vor dem offiziellen Start hatten sich die bereits 110 Interessierten gemeldet. Auch Bürgermeisterin Ute Seifried begrüßt das neue Netzwerk. Die Kinder- und Jugendkarte (KiJu-Karte), die 2019 auf den Weg gebracht wurde, ist ein Baustein des Netzwerks und das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg fördert es finanziell. Die Karte sei während der Corona-Pandemie gut nachgefragt worden, sagte Seifried. Es gehe in dem Netzwerk nun darum, dass die Wegweiserinnen ihr Wissen weitergeben, damit sich bei der Chancengleichheit etwas tut.

Silvia Fleiner informierte rund 60 Wegweiserinnen in einer Zoom-Konferenz über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit einem schmalen Geldbeutel. Das Bild zeigt eine Aufnahme des Bildschirms.
Silvia Fleiner informierte rund 60 Wegweiserinnen in einer Zoom-Konferenz über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit einem schmalen Geldbeutel. Das Bild zeigt eine Aufnahme des Bildschirms. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Für Udo Engelhardt, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Kinderchancen, sind Ki-Ju-Karte und Wegweiserinnen wichtige Meilensteine.: „Was wir in Singen immer wieder erleben ist, dass viele Familien Schwierigkeiten haben, Infos zu nutzen, sowohl in geschriebener Form über Flyer wie auch in den neuen Medien. Wir müssen ihnen zeigen, wie sie selbstsicher mit dem Sozialstaat umgehen können“. Die Wegweiserinnen, die aus verschiedenen Bereichen kommen, haben für ihre Arbeit ein umfangreiches Paket mit Infomaterial bekommen. Dieses enthält Flugblätter über Möglichkeiten wie die Kinder- und Jugend-Karte, Sozialpass und weitere soziale Angebote der Stadt. Silvia Fleiner, die Leiterin der Abteilung soziale Leistungen, informierte die Teilnehmer darüber. Sie und ihre Mitarbeiter haben ihre Büros im DAS2-Gebäude in der Julius-Bührer-Straße und kümmern sich unter anderem um Wohngeld und Sozialpass.

Der Sozialpass, der Ermäßigungen bei Bildungsangeboten wie VHS oder Musikschule, Bäder, Museen und Bibliotheken umfasst, kann im Tandem mit der Kinder- und Jugend-Karte für Familien mit geringem Einkommen eine gute Option zu mehr Teilhabe sein. Mittlerweile gebe es für Familien (oder auch Erwachsene mit Inkontinenz), die auf Stoffwindeln umsteigen, einen einmaligen Zuschuss von 100 Euro.