Bringt man Überlingen mit berühmten Schriftstellern in Verbindung, fällt der Name Martin Walser, der seit den 1960er Jahren im Ortsteil Nußdorf lebt. Weniger bekannt ist, dass schon Friedrich Hölderlin, Karl May, Ludwig Uhland, Alfred Döblin und Max Frisch in Überlingen Station machten.

In ihrer Anthologie „Überlingen literarisch – Ein Spaziergang durch die Jahrhunderte“ haben Waltraud Liebl und Siegmund Kopitzki 120 Autoren, Philosophen, Theologen und Chronisten erfasst. In Verbindung mit der derzeitigen Ausstellung stellten sie das Buch in der Galerie Vayhinger vor.

„Überlingen war und ist eine Stadt der Literatur“, erläuterte Kopitzki, dass sich im 20. Jahrhundert nicht nur bildende Künstler, sondern auch Schriftsteller am See angesiedelt hätten. Viele von ihnen seien Zivilisationsflüchtige gewesen, politisch Verfolgte oder Reiselustige, die in der alten Reichstadt Überlingen Zeit verbrachten.

„Überlingen hat auch Literaturgeschichte geschrieben“

Zu ihnen gehören Friedrich Georg und Ernst Jünger als berühmteste Schriftsteller der Stadt neben Martin Walser, dessen drei Töchter auch schreiben.

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„Überlingen hat auch Literaturgeschichte geschrieben“, hob Kopitzki hervor, ehemals SÜDKURIER-Kulturredakteur. Schon in den 1920er Jahren habe es in der Stadt eine lebendige Verlagsszene gegeben, in den 40ern war im Gallertturm das Cotta-Archiv untergebracht, nach dem Krieg gründete sich der Internationale Bodensee-Club in Überlingen.

Lustige und nachdenkliche Geschichten rund um die großen Schriftsteller

Nach zwei Jahren Recherche präsentieren Liebl und Kopitzki viele vergessene Autoren und historische Texte, kurze und lange, lustige und nachdenkliche. Mit dieser Anthologie wird Überlingen erstmals literarisch dokumentiert, und wie Galeristin Helena Vayhinger es sieht: „Kein Buch über Kultur am See ohne Kunst.“ Dazu trug die Künstlerin Andrea Zaumseil mit freien Zeichnungen in der Anthologie bei. Da die Arbeiten in der Galerie ausgestellt sind, lag es nahe, Buch und Kunst dort vorzustellen. Erschienen ist das Buch im Gmeiner-Verlag.