Herr Klinghoff, Sie sind seit über 30 Jahren mit ihrer Frau als Duo unterwegs. Worin lag in all diesen Jahren der besondere Anreiz dabei?

In der Möglichkeit der intensiven gemeinsamen künstlerischen Arbeit; sich stetig weiter entwickeln zu können und zu vervollkommnen. Und es macht uns große Freude, andere Menschen mit unserer Musik glücklich zu machen!

Mit welchen Herausforderungen hatten Sie in den vergangenen Jahrzehnten zu kämpfen? Gab es annähernd eine Situation, wie die jetzige?

Der Beruf des Musikers bedeutet generell eine ständige Herausforderung! Trotz der negativen Einflüsse der modernen Medien auf die Gesellschaft ist es uns erfreulicherweise gelungen, mit unseren breitgefächerten Konzertprogrammen, ein immer größeres Publikum, im In- und Ausland, zu begeistern. Nach über 80 Konzerten im vergangenen Jahr ist die gegenwärtige Situation für uns Künstler und das Publikum geradezu ein Schock!

Sie sind sowohl privat, als auch beruflich miteinander liiert. Kann das nicht auch manchmal schwierig sein?

Im Gegenteil! Es ist ein großes Glück, gemeinsam musizieren und auftreten zu können. Auch teilen wir uns verschiedene Aufgabenbereiche, wie beispielsweise Promotion und Management, die alleine unmöglich zu meistern wären.

Seit vielen Jahren arbeiten Sie beide auch als Musikschullehrer. Inwiefern können Sie dieser Tätigkeit aktuell nachgehen?

Im Großen und Ganzen sind wir bis jetzt mit den Schülern am Ball geblieben. Dank Skype, und Mobiltelefonie konnten wir den Unterricht nahezu lückenlos weiter führen und neue Erfahrungen sammeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie sind durch Ihre intensive Kulturarbeit sehr stark mit der Region verbunden. Was schätzen Sie an Singen und Umgebung?

Das vielfältige Kulturangebot in allen Sparten, egal ob Musik und Musikerziehung, Theater, Bildende Kunst, Literatur, Tanz, Geschichte. Dass ständig neue Ideen entwickelt werden, um das Kulturleben zu bereichern. Und die schöne, geschichtsträchtige Landschaft des Hegaus und der Bodenseeregion.

Was waren für Sie die Höhepunkte Ihrer musikalischen Laufbahn?

Oh, es gab viele… Ein Mitschnitt des Radio France in der Eglise Allemande in Paris; die Auftritte in den Partnerstädten von Singen, besonders in La Ciotat; im Schlosshotel Bühler Höhe, während des Iffezheimer Pferderennens vor internationalem Jetset-Publikum; eine musikalische Bootsfahrt durch die Kanäle von Venedig; Fernsehauftritte im SWR in Baden-Baden und Konzerte in vielen Kirchen und Schlössern rund um den Bodensee.

Im Moment sind Auftritt dieser Art sicher nicht möglich. Vor welchen konkreten Schwierigkeiten stehen Musiker denn aufgrund der Corona-Pandemie?

Im Moment haben wir keinerlei Konzertengagements. Agenturen und Veranstalter sind blockiert, weil keinerlei Planungssicherheit besteht.

Wie gehen Ihre Ensemble-Partner mit dieser Situation um?

Eher kreativ. Das heißt: arbeiten an neuem Repertoire oder sammeln neuer Kräfte durch Entschleunigung.

Und wie nutzen Sie persönlich die dazugewonnene Zeit?

Von dazugewonnener Zeit kann bei uns keine Rede sein! Für unsere pädagogische Tätigkeit ist erheblich mehr Vorbereitung notwendig geworden und es gibt viel umzuplanen und neue Ideen zu entwickeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Gibt es trotz der vielen gestrichenen Veranstaltungen bereits musikalische Pläne für die Zukunft?

Ja, eine ganze Menge. Im Herbst 2020 beginnen wir mit Aufnahmen für eine neue CD. Wenn die Grenze zur Schweiz wieder geöffnet ist, arbeiten wir an einem neuen Konzertprogramm mit unseren beiden Thurgauer Kollegen. Unser großes Musikschulprojekt anlässlich der 30-jährigen Partnerschaft Singen-Celje wurde auf 2021 verschoben; ein musikalisches Märchen des slowenischen Komponisten Blaz Pucihar, aufgeführt von den Ensembles „Flötissimo“, „Gitarrissimo“, der Ballett-Truppe Plesni Forum aus Celje und der Sprecherin Lucrezia Wenzler. Neben unseren Konzertveranstaltungen als Klinghoff-Duo wünschen wir uns für die Zukunft noch viele schöne Auftritte mit unseren Schweizer Kollegen als Quartett, mit unserem Schauspieler Jörg Wenzler und dem Maler-Poeten Bruno Epple.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.