Die religiöse Vielfalt ist in Singen größer geworden. Umso wichtiger ist es, sich untereinander auszutauschen. Deshalb hatte das Forum der Religionen gemeinsam mit der Stabsstelle Integration zur Nacht der lebenden Bücher in die Stadtbücherei eingeladen.

„Was gibt uns Halt und Zuversicht?“ – so lautete das Thema, an dem Tsunma Konchok Jinpa Chodron für den Buddhismus, Katharina Kirchberg für das Christentum sowie Martin Zimmermann für den Agnostizismus quasi als lebendes Buch Auskunft gaben.

Als Vertreter des Islam waren Oguz Akbudak und Kamiliye Durmus vom Hegau Kulturverein mit dabei.

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Die Idee zur Veranstaltung kommt laut Linda Kelmendi von der Stabsstelle Integration von der „living library“, einer dänischen Jugendinitiative. 2019 gab es die Nacht das erste Mal, mit großer Resonanz. „Wir tauschen uns im Forum der Religionen aber schon länger aus“, so Andrea Fink, Pfarrerin der Luthergemeinde.

Bedeutung des spirituellen Freundes

Für Tsumna Konchok Jinpa Chodron, die als buddhistische Nonne im Verein gelebter Dialog nach der tibetischen Tradition des Buddhismus im alten Kloster in Radolfzell lebt, ist der spirituelle Freund wichtig: „Er kann auch mal Kritik üben, wenn jemand vom Wege abkommt.“

Katharina Kirchberg wurde schon früh durch einen tollen Pfarrer geprägt. „Mir gibt die bedingungslose Liebe Gottes gegenüber den Menschen Halt und Zuversicht“, sagt sie. Auch wenn sie manchmal hadere.

Martin Zimmermann, christlich aufgewachsen, ist von diesem Weg abgebogen. Er habe gemerkt, dass er diese Gewissheit nicht spüre. „Doch ich bin weit davon entfernt zu sagen, es gibt keinen Gott“, sagte er.

Gemeinsame Werte

Allen Vertretern kommt es auf Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Solidarität an. Als Vertreterin einer christlichen Kirche sei sie wohl ein Leben lang auf der Suche, so Andrea Fink.