Corona wirbelt den Jahresabschluss des städtischen Eigenbetriebes Kultur und Tourismus Singen (KTS) für das zurückliegende Jahr 2020 gehörig durcheinander. Wie KTS-Geschäftsführer Roland Frank in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete, war das erste Corona-Jahr in einem Bereich sogar ein Rekordjahr: Mit 362 habe man in der Stadthalle so viele Veranstaltungen gezählt wie noch nie zuvor. Die Kehrseite der Medaille folgte aber auf dem Fuße.

Einbruch bei den Besucherzahlen

Trotz des Rekords seien die Besucherzahlen 2020 Pandemie-bedingt auf rund 21.000 eingebrochen. Das sind 50.000 Besucher weniger als im Jahr 2019 (rund 74.200). „Dies zeigt, dass die reine Anzahl der Veranstaltungen ohne näheren Blick dahinter nicht aussagekräftig ist“, sagte Roland Frank. 2020 sei ein Sonderjahr gewesen und die Veranstaltungen eher von kleinerer Größe – etwa Jahreshauptversammlungen.

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Finanzielle Einbrüche seien deshalb laut Roland Frank unabwendbar gewesen. Ein vollständiger Jahresabschluss solle im Juli vorliegen. Alleine die Übernachtungen in den Singener Hotels seien im Vergleich von 2019 (145.900) im Jahr 2020 auf 114.400 gesunken. Frank betonte aber, dass erhebliche Einsparungen bei den Personalkosten zu einer Verbesserung des Ergebnisses beitragen werden. Rund 300.000 Euro seien hier eingespart worden.

KIZ-Miete bessert Einnahmenseite auf

Und auch die Errichtung des Kreisimpfzentrums (KIZ) durch den Landkreis Konstanz in der Stadthalle wirke sich positiv aus. „Durch das KIZ können wir schon jetzt sagen, dass 2020 und 2021 keine Katastrophe für die KTS werden“, so Frank. Der Mietvertrag mit dem Landkreis laufe aktuell bis zum 30. Juni. Es sei aber mit einer Verlängerung zu rechnen. „Sollte die Laufzeit bis 30. September verlängert werden, kommen weitere Mieteinnahmen dazu“, sagte Frank.

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Dies würde aber auch bedeuten, dass geplante LED-Umrüstung auf das Jahr 2022 verschoben werden müsse. „Dafür brauchen wir fünf bis sechs Wochen und dann wäre das Zeitfenster für eine angedachte Wiedereröffnung der Stadthalle für Kunst und Kultur zu eng“, betonte Frank.

Stadträte hoffen auf Rückkehr von Kunst und Kultur

Gerade das Thema Wiedereröffnung für Kunst und Kultur war eines der Hauptanliegen der Gemeinderäte. Für Angelika Berner-Assfalg (CDU) war das Jahr 2020 eine starke Zäsur für die Kultur: „Wir hatten keine Begegnungen.“ Sollte das KIZ Mieter bleiben, würde man die Stadthalle wieder nicht als Veranstaltungsort nutzen können. „Und wir haben keine Scheffelhalle mehr“, so Berner-Assfalg. Sie appellierte daran, dass eine Scheffelhalle 2.0 schnellstmöglich gebaut werden müsse. Aktuell plane die KTS laut Roland Frank, dass Veranstaltungen wieder ab Oktober in der Stadthalle stattfinden. Ein entsprechender Spielplan würde gerade erstellt. „Wir wären für eine Wiedereröffnung gerüstet“, betonte Frank.