Die Stadt Singen schließt sich der Initiative „Gelbes Band“ an. Ausgewählte Streuobstbäume, die nicht beerntet werden, erhalten ein gelbes Band und können von der Bevölkerung abgeerntet werden. Auch private Baumbesitzer können ihre Obstbäume kennzeichnen, wenn sie sie selbst nicht ernten wollen oder können.

Ein alter Boskop-Apfelbaum, gepflanzt vor über 20 Jahren im Vorfeld der Landesgartenschau, erhielt beim Pressetermin nun das erste gelbe Band. Ursprünglich sei die Idee vom Ortschaftsrat Überlingen an die Stadt herangetragen werden, sich doch dieser Initiative anzuschließen, sagte Oberbürgermeister Bernd Häusler. „Mit der Einführung des gelben Bandes möchten wir nicht nur der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken, sondern auch das Interesse und die Wertschätzung für die heimischen Streuobstwiesen fördern“, so Häusler.

Auch die Ortsteile wollen sich bei dem Projekt engagieren

„Wir haben ungefähr 725 Streuobstbäume, die von der Stadt gepflegt werden“, so Heike Beermann-Landry von der Abteilung Grün und Gewässer. Noch einmal die gleiche Anzahl an Bäumen werden von Privatleuten gepflegt. Allein vor der Landesgartenschau im Jahr 2000 waren 400 Obstbäume auf städtischer Gemarkung gepflanzt worden und seither mussten nur 26 Bäume gefällt werden, erwähnte Beermann-Landry am Rande. Die städtisch gepflegten Streuobstbäume bekommen nun nach und nach ein gelbes Band, sofern die Erntezeit nicht schon rum ist. So werden beispielsweise Obstbäume am Plappertweg und oberhalb des Tierheims bald die gelben Bänder tragen. Auch die Ortsteile wollen sich bei diesem Projekt engagieren.

Die Aktion soll auch ein Beitrag zur Reduzierung der Verschwendung von Lebensmitteln sein, ergänzte Sindy Bublitz von der Umweltschutzstelle. Beim Abernten sind allerdings bestimmte Regeln zu beachten. Die Grundstücke dürfen nicht befahren werden und die Bäume müssen pfleglich behandelt werden. Es dürfen also keine Äste abgerissen werden. Für die Ernte sei ein Apfelpflücker hilfreich, denn die Ernte darf nur vom Boden aus durchgeführt werden, nicht aber mit Leitern. Fallobst kann natürlich so aufgelesen werden.

Vorschlag, das Projekt im nächsten Jahr etwas früher starten zu lassen

Auch private Baumbesitzer können im Rathaus an der Pforte sowie bei den Ortsteilverwaltungen ab sofort gelbe Bänder abholen. Die Bänder sind aus einem reißfesten Papierband aus dem Forstbedarf, das in ein bis zwei Jahren verwittert.

Im Ortsteil Hausen hatte man schon im vergangenen Jahr eine Aktion mit Bändern an Bäumen gestartet, berichtete Ortsvorsteherin Claudia Ehret. „Das ist sehr gut angenommen worden. Die Bäume, die letztes Jahr bei uns ein grünes Band hatten, waren alle abgeerntet“, so Ehret. Auch Konrad Hauser, Streuobstexperte aus Beuren an der Aach, begrüßte die Initiative mit den gelben Bändern. Der Bohlinger Ortsvorsteher Stefan Dunaiski schlug vor, das Projekt im nächsten Jahr etwas früher zu starten, da die Ernte schon teilweise abgeschlossen ist.

Ansprechpartner für die Aktion sind Heike Beermann-Landry, Telefon (07731) 8 53 49 oder per E-Mail: heike.beermann-landry@singen.de und Sindy Bublitz, Telefon (07731) 8 51 95 oder per E-Mail: sindy.bublitz@singen.de