Die starken Regenfälle in der Nacht zum Freitag haben auch zu einigen Unfällen und zu Verkehrsbehinderungen für Auto- und Lasterfahrer in der Region gesorgt. Schon am Donnerstag gegen 17.30 Uhr geriet auf der Autobahn 81 ein 28-Jähriger mit seinem Seat zwischen Heilsbergtunnel und der Anschlussstelle Hilzingen wegen Aquaplaning in die Mittelleitplanke, wie die Polizei mitteilt. Ein 61 Jahre alter BMW-Fahrer aus der Schweiz geriet kurz vor 20 Uhr zwischen Hilzingen und dem Heilsbergtunnel ins Schleudern. Er kam mit seinem Fahrzeug von der Straße ab.

Auch in Hilzingen wütete Donnerstagnacht das Unwetter und setzte Straßen sowie manchen Keller unter Wasser. Bürgermeister Holger Mayer schildert eine lange Nacht für Einsatzkräfte und hat einige Problemstellen festgehalten.
Auch in Hilzingen wütete Donnerstagnacht das Unwetter und setzte Straßen sowie manchen Keller unter Wasser. Bürgermeister Holger Mayer schildert eine lange Nacht für Einsatzkräfte und hat einige Problemstellen festgehalten. | Bild: Holger Mayer

Wiederum eine Stunde später kam auch eine 28-Jährige auf der A81 zwischen Mühlhausen-Ehingen und dem Kreuz Hegau mit ihrem Mercedes aus gleichem Grund ins Schleudern und von der Straße ab. Auf der Landesstraße zwischen Mühlhausen-Ehingen und Welschingen erwischte der Starkregen auch einen 32 Jahre alten Audi-Fahrer. Er blieb nach einer Schleuderfahrt wegen zu viel Wasser auf der Fahrbahn neben der Straße in einem Feldstück stecken. Die verunglückten Autofahrer kamen alle mit dem Schrecken davon, heißt es in der Polizeimeldung. An ihren Autos seien jedoch zum Teil Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro entstanden.

Das könnte Sie auch interessieren

Wasser floss von der Autobahn auf die darunter liegenden Zubringer

Das Unwetter hatte auch Verkehrsbehinderungen bis zum Freitagmorgen zur Folge. Bei Singen blieb die Landesstraße 191 zwischen dem Autobahnkreuz Singen und dem Engener Ortsteil Welschingen gesperrt. Die Anschlussstellen der Autobahn 81 am Autobahnkreuz Singen und die Zufahrtsstraßen mussten gesperrt werden, heißt es in der Polizeimeldung. Zusätzlich ist demnach noch Wasser von der Autobahn auf die darunter liegenden Zubringer geflossen. Am frühen Nachmittag vermeldete Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Konstanzer Landratsamtes, dass die L191 wieder frei sei.

Wie ein großer Teich: Die Landesstraße 190 zwischen Hilzingen und Duchtlingen.
Wie ein großer Teich: Die Landesstraße 190 zwischen Hilzingen und Duchtlingen. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Hilzingen

Der Hohentwieltunnel war am Freitagvormittag aufgrund einer technischen Störung in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Das führte zu langen Staus. Gegen 10 Uhr sei die Sperrung beendet gewesen, so Jörg Kluge, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Ab etwa 9.30 Uhr sei der Tunnel gesperrt gewesen. Die Ursache war laut Informationen des Führungs- und Lagezentrums (FLZ) am Polizeipräsidium Konstanz vermutlich ein Blitzschlag gegen 9.20 Uhr. Am Freitagmorgen gab es allerdings auch einen Stromausfall wegen Bauarbeiten (siehe Kasten). Jedenfalls habe die Ampel auf Rot geschaltet, so das FLZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Überflutungen wie zuletzt vor fast 70 Jahren in Bohlingen

Im Singener Ortsteil Bohlingen fühlten sich ältere Einwohner an ein fast 70 Jahre zurückliegendes Hochwasser erinnert. Die Aach ist infolge der starken Niederschläge in den letzten 24 Stunden an einigen Stellen über die Ufer getreten. Innerhalb von 20 Stunden wurden fast 60 Liter Niederschlag registriert. In der Dorfmitte bei der Aachbrücke und dem historischen Gasthaus Sternen droht das Wasser jeden Moment über zu laufen. Zuletzt hatte es im Januar 1952 derart geregnet, dass der „Sternen“ im Untergeschoss unter Wasser gestanden hatte.

Land unter statt Platz zum Kicken: Das Gelände rund um den Aachtalsportplatz in Bohlingen steht unter Wasser.
Land unter statt Platz zum Kicken: Das Gelände rund um den Aachtalsportplatz in Bohlingen steht unter Wasser. | Bild: Rolf Hirt

Die Verantwortlichen des Sportverein Bohlingen machen sich unterdessen große Sorgen um das Clubheim am Aachtalsportplatz. Das Vereinsheim des SVB liegt zwischen zwei Aachkanälen, das ganze Gelände steht bereits fast vollständig unter Wasser. „Sandsäcke zum Abdichten der Türen sind derzeit nicht mehr verfügbar. Sollte Wasser ins Innere des Gebäudes treten, müssten wir die Feuerwehr alarmieren“, sagt Vorstand Stefan Dunaiski besorgt. Der Sportbetrieb muss vorerst ausfallen, das Gelände darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Öfters schon hatten Niederschläge für Hochwasser am Aachtalsportplatz gesorgt, doch die jetzigen Ausmaße gab es zuletzt vor fast 70 Jahren.