Ein Nachrichtenkanal soll es nicht sein. Das sagt Evelyn Lustig über die Instagram-Seite der Stadt Singen, die sie seit einigen Monaten weiter entwickelt hat. Aus einer Seite, die auf die Ehrenamt-Kampagne „Habe die Ehre“ aufmerksam machen sollte, wurde ein Aushängeschild für die Stadt. Und die Zahl der Menschen, die den neuesten Bildern folgen, hat sich seit März verzehnfacht. Aus knapp 130 wurden 1400 Nutzer. Ähnlich erfolgreich ist im Hegau die Instagram-Seite der Stadt Engen mit rund 1080 Followern – auch wenn sie ein anderes Konzept hat. Während Singen fast täglich und meist professionelle Aufnahmen teilt, zeigt Engen zwei bis dreimal pro Monat ein Bild. Die meisten davon sind Schnappschüsse von Rathausmitarbeitern.

Aufgrund fehlender Informationen, zur Sammlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten, können wir Inhalte von Instagram leider aktuell nicht auf dieser Seite anzeigen.

Ziel ist, möglichst viele Menschen einer neuen Zielgruppe zu erreichen und eine Gemeinschaft aufzubauen. So beschreibt Evelyn Lustig, worauf sie tagtäglich hinarbeitet. Sie arbeitet für die Pressestelle der Stadt Singen, ist dort auch für den neuen Podcast verantwortlich und betreut mit den Kollegen die Facebook-Seite. Doch ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Instagram. Oberbürgermeister Bernd Häusler habe angeregt, dass die Stadt dort präsenter sein soll. Die Themen setzt Evelyn Lustig aber in der Regel selbst, wie sie sagt.

„Singen hat viele schöne Ecken“

Erfolgreich sei, wer mit seinen Bildern die Betrachter emotional anspricht. Sie lasse sich dabei deutschlandweit von den Kanälen anderer Städte inspirieren und probiere dann aus. „Es gibt sehr viele Menschen in Singen und im Hegau, die gerne und gut fotografieren. Die freuen sich, wenn wir eines ihrer Bilder teilen.“ Bei der Auswahl achte sie auf Vielfalt: „Viele Bilder zeigen natürlich den Hohentwiel und die Hegauberge, doch Singen hat viele schöne Ecken.“

Aufgrund fehlender Informationen, zur Sammlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten, können wir Inhalte von Instagram leider aktuell nicht auf dieser Seite anzeigen.

Das Konzept vom Jahresanfang? Hat sich teilweise erledigt

Das würden Patrick Stärk und Peter Freisleben auch für Engen behaupten. Der Hauptamtsleiter und der Wirtschaftsförderer sind für den Instagram-Kanal der Stadt verantwortlich, der auf Initiative des Kulturamts entstand. Drei Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden dann im Umgang mit der Plattform geschult. Man habe sich gefragt: „Wie ticken diejenigen, die bei Instagram sind, und wie spricht man die am besten an?“, erklärt Freisleben. Zu Jahresbeginn habe man ein Konzept erarbeitet und mit Blick auf den Kalender festgelegt, welche Themen Platz finden sollten. „Dieser Plan hat sich mit Corona natürlich verändert und teilweise erledigt“, sagt Peter Freisleben.

Nachrichten sind auch in Engen zweitrangig. Wenn in einer Nacht aber eine neue Corona-Verordnung erlassen werde, versuche man, Betroffene zusätzlich über Instagram zu informieren. Solche Inhalte verbreiten Engen und Singen dann eher in den sogenannten Stories: Diese Bild- oder Videoschnipsel verschwinden nach 24 Stunden wieder und sind gedacht, um aktuelle Geschehnisse zu teilen. Die Stadt Singen teilte zuletzt etwa ein Bild der neuen Auszubildenden.

Aufgrund fehlender Informationen, zur Sammlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten, können wir Inhalte von Instagram leider aktuell nicht auf dieser Seite anzeigen.

Zahlen helfen, den Geschmack der Nutzer zu treffen – und verraten, wer sich die Bilder ansieht

Gemeinsam haben die Macher in Singen und Engen auch, dass sie sich mit den Zahlen befassen: Patrick Stärk weiß zum Beispiel, dass 45 Prozent der Abonnenten jünger als 35 Jahre sind. „Ziel war es, diese Altersgruppe mitzunehmen“, sagt er. Ein Großteil der Nutzer kommt aus Engen, gefolgt vom Singener Raum. Stärk sieht das als positives Signal: „Den oberen Hegau interessiert, was wir tun.“ Künftig werde man weiter ausprobieren – und auswerten, was gut ankommt. Wichtig sei eine gute Balance: „Wir wollen die Nutzer ja auch nicht nerven.“

Das könnte Sie auch interessieren

Direkter Draht zur Verwaltung: Manchmal entstehen nette Gespräche

Evelyn Lustig beobachtet, dass die Stadtverwaltung Singen bei Instagram nahbarer wirkt: Der Austausch sei direkter als per Mail oder über das Mitteilungsblatt. Und während bei Facebook auch mal gepöbelt werde, sei der Umgangston bei Instagram positiver. Doch lohnt sich das für eine Stadt? „Wir werden bestimmt mal Bilanz ziehen“, sagt Lustig. Zahlen seien aber auch im Alltag wichtig: „Statistiken helfen, den Geschmack zu treffen.“ Meist decke sich das Ergebnis aber mit ihrem Bauchgefühl: Der Hohentwiel und ein Sonnenuntergang kämen immer gut an. Lustig sind aber auch andere Bilder wichtig, um eine Vielfalt zu zeigen. Damit Heimatverbundene und Touristen sehen: Der Hegau ist mehr als der Hohentwiel.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €