Ohne bürgerschaftliches Engagement wird es nicht gehen, will man das Klimaziel „Klimaneutralität bis zum Jahr 2035“ erreichen. Auf Anregung der grünen Stadträtin Regina Henke gründete sich deshalb eine Initiative „Stadtgrün Singen“. Neue Mitstreiter sind willkommen, um Projekte zum Begrünen der Stadt umzusetzen oder Menschen davon zu überzeugen, dass Schottergärten gar nicht gehen.

Grünflächen miteinander vernetzen

Rund 20 Menschen konnte Regina Henke vor dem ersten Treffen der Initiative schon von ihrer Idee begeistern. „Wir möchten unsere Stadt noch attraktiver machen. Idealerweise müssten unsere Grünflächen miteinander vernetzt sein. Dafür brauchen wir viele Mitmacher“, sagte sie.

So wie Carmen und Jörn Greszki und Stefanie Hasenbrink, die an der Markuskirche mit dem Anlegen eines Permakultur-Gartens begonnen haben. „Mit unserem kleinen Paradieschen machen wir unsere Stadt lebendig und essbar“, sagte Stefanie Hasenbrink. Irgendwann wollen sie auch die Nachbarschaft einladen.

„Ich möchte mit diesem Projekt auch dazu beitragen, dass sich mein ökologischer Fußabdruck etwas verkleinert“, so Jörn Greszki. Der Permakultur-Garten könne mittelfristig vielleicht eine Mischform zwischen „Gärtnern für alle“ und einen Schrebergarten werden. Schließlich lägen Schrebergärten ja im Trend, so Hasenbrink.

Fassadenbegrünung und Naturgärten

Für den Architekten Philipp Kupprion ist ökologisches Bauen natürlich ein Thema. Er hat dafür gesorgt, dass an einer Fassade eines Gebäudes nahe des Hauser-Brunnens eine einfache Form der Fassadenbegrünung wächst. „Eine richtige Fassadenbegrünung kann eine Klimaanlage ersetzen“, so Kupprion.

Fassadenbegrünung hätten auch die Mitglieder des Bauausschusses besonders im Auge, so der grüne Stadtrat Dietrich Bubeck. Für ihn war es schon vor über 30 Jahren normal, einen Naturgarten anzulegen, als er in Singen gebaut hat.

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Veronika Netzhammer, Vorsitzende des Stadtpark-Fördervereins, sieht auch noch viele Möglichkeiten bei der Begrünung der Stadt. „Wir sollten Privatleute ansprechen und beraten“. Es gehe auch darum, dass die Stadt nicht noch mehr versiegelt wird, so Netzhammer. Für Doris Heid, die selbst einen Naturgarten hat, ist es selbstverständlich, dass sie sich in der Initiative einbringen will.

Hochbeete und Garten-AG

Leyüsa Runa arbeitet bereits seit zwei Jahren an einem Projekt am Siedlerheim mit. Dort entstanden, unter anderem durch die Initiative von Regina Henke, vier Hochbeete auf städtischem Grund. Henke arbeitet auch in einer Garten-AG in der Wessenbergschule mit. „Es ist wichtig, Kinder in solchen Projekten frühzeitig an das Thema Garten heranzuführen“, so Henke.

Michael Schneider, der Leiter der Abteilung Grün und Gewässer, begrüßt die Initiative. „Wir müssen bei den Menschen Verständnis dafür wecken, dass Schottergärten nicht gut sind für die Biodiversität. Dazu kann diese Initiative beitragen“, so Schneider. Es dürfe nicht mehr so einfach möglich sein, dass Vorgärten nach einem Besitzerwechsel einfach versiegelt werden und Schottergärten entstehen.