Mit einer Allgemeinverfügung untersagt die Stadt Singen mit Absprache und auf Empfehlung der Polizei jedwede Treffen der Tuning- und Autoposer-Szene im gesamten Stadtgebiet.

Diese soll, wie es in einer Pressemitteilung heißt, bereits ab Freitag, 11. Juni, in Kraft treten. Das Verbot beziehe sich auf sämtliche öffentliche wie auch private Flächen und gelte an den Wochenenden in der Zeit von Freitag 20 Uhr bis zum Montag 2 Uhr.

Grenze liegt bei Ansammlung von mehr als fünf Autos

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, zähle die Stadt zur Tuningszene Personen, deren Fahrzeuge gegenüber der Serienproduktion an Karosserie, Fahrwerk, Motorleistung, Auspuff oder Bereifung technisch verändert wurden.

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Als Treffen definiert die Ortspolizeibehörde dabei jede Ansammlung von mehr als fünf Fahrzeugen. Bei Verstößen gegen das Verbot drohe ein Zwangsgeld von 150 Euro.

Es droht eine Beschlagnahmung des Fahrzeuges

„Wer sich nach einem solchen Verstoß nicht unverzüglich und innerhalb von zehn Minuten mit seinem Fahrzeug entfernt, dem drohen noch empfindlichere Geldstrafen und die Beschlagnahmung des Fahrzeuges“, heißt es wörtlich in den Erläuterungen der städtischen Pressestelle.

Die Stadt reagiere damit auf die Vorkommnisse der letzten Zeit, die sich in Singen zugetragen hatten. Neben Störungen insbesondere durch Lärmbelästigungen und Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, wurden die Vorgaben der Corona-Verordnungen nicht beachtet und oft sogar ins Lächerliche gezogen.

Die Szene tritt zunehmend aggressiver in der Stadt auf

Zudem hätten sich die Mitglieder der Szene zunehmend distanzloser, aggressiver, aufsässiger und provokanter verhalten. Im Vordergrund der Szene sehen die Beobachter das eigene Vergnügen, Unterhaltung und Kräftemessen.

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Schutzwürdige Belange Dritter, angefangen bei der Vermeidung unnötiger Lärmbelästigungen zur Nachtzeit bis hin zur Beachtung der Verkehrsregeln zum Schutz vor den Gefahren des Straßenverkehrs würden von den Akteuren schlichtweg ignoriert und dem egoistischen Einzelinteresse hintenangestellt.

Bisherige Kontrollen führten nicht zur Einsicht der Poser

In der Begründung der Allgemeinverfügung heißt es, dass regelmäßig Kraftfahrzeuge als Mittel der Selbstdarstellung missbraucht würden und sich die Szene versuche, dem Kontrolldruck durch Verlagerung zu entziehen.

Wie die Polizei erfahren musste, würden durchgeführte Kontrollen nicht zur Einsicht führen, sondern erhebliche Beratungsresistenz erkennen lassen.

Aus diesem Grund werde nun vonseiten der Stadt die Allgemeinverfügung erlassen, da sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt habe, dass man mit milderen Mitteln bei den Akteuren nicht weiterkomme. Die aktuelle Allgemeinverfügung soll bis zum 31. Oktober gültig bleiben.