Die Kreissporthalle in Singen ist nun belegt. Die ersten 73 geflüchteten Menschen sind dort am Donnerstag eingezogen. Wie Marlene Pellhammer als Pressesprecherin des Landratsamtes Konstanz informiert, sei mit der Singener Kreissporthalle die dritte Notunterkunft im Landkreis Konstanz bezogen worden.

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Laut Pellhammer würden sich aktuell 2906 ukrainische Geflüchtete offiziell im Landkreis befinden. 745 davon seien in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises vorübergehend untergebracht worden. „Von den 1460 vorhandenen Plätzen sind 1438 belegt und es ist mit weiteren Zugängen zu rechnen, weshalb der Landkreis auf die dritte Notunterkunft zurückgreifen muss“, heißt es dazu in einer Stellungnahme.

Weitere Flüchtlinge in den nächsten Wochen erwartet

Bereits im Mai sei die Sporthalle der Zeppelin-Gewerbeschule in Konstanz und im Juni die Belegung der Mettnau-Halle in Radolfzell erfolgt. Alle Notunterkünfte seien laut Pellhammer für 180 Personen ausgelegt.

Wann die restlichen Plätze in Singen belegt werden, lasse sich laut Landratsamt derzeit nur sehr schwer sagen. Man gehe aber aktuell davon aus, dass im Laufe der nächsten Wochen weitere Geflüchtete in der Notunterkunft in Singen untergebracht werden.

180 Betten verteilt auf mehrere Wohnboxen stehen jetzt dort, wo in der Kreissporthalle normal trainiert wird.
180 Betten verteilt auf mehrere Wohnboxen stehen jetzt dort, wo in der Kreissporthalle normal trainiert wird. | Bild: Georg Winterhalder

Aktuell leben 1905 Geflüchtete in der Hohentwiel-Stadt, wie die Singener Pressestelle erklärt. Der Anteil der ukrainischen Flüchtlinge betrage 488 Personen. Der Sollunterbringungsanteil der Stadt Singen liege laut Pressestelle bei 1564 Menschen.

Überproportional viele Geflüchtete in Singen

Mit Blick auf die derzeitige in Singen lebende Anzahl geflüchteter Menschen (1905) wird deutlich, dass die Stadt weit mehr Menschen aufgenommen hat, als sie müsste. „Die Stadt Singen plant keinen weiteren Wohnraum für Geflüchtete anzubieten. Mit einer Gemeindequote von aktuell 286 wurden schon überproportional viele Flüchtlinge aufgenommen“, heißt es dazu aus der Pressestelle der Stadt.

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Die Nutzung der Kreissporthalle soll aber kein Dauerzustand sein. „Der Aufenthalt in den Notunterkünften ist lediglich als Übergangslösung gedacht, bis die Geflüchteten in den Gemeinden oder bei Privatpersonen unterkommen“, heißt es dazu in der Presseinformation des Landratsamtes. Mit Hochdruck würde der Landkreis daran arbeiten, neue Standorte zu ertüchtigen. Hierfür suche man auch nach Ersatz für die Kreissporthallen, damit dort der Schul- und Vereinssport wie gewohnt stattfinden könne.