Um klimaneutral zu werden, muss man etwas tun. Die Stadt Singen will unter anderem möglichst viele Dächer von städtischen Gebäuden mit Solarstrom-Anlagen belegen, sofern der Aufwand vertretbar ist. Christian Kezic, Abteilungsleiter Gebäudemanagement der Stadt, hat kürzlich im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats den Stand der Dinge vorgestellt.

Demnach seien die Dächer von städtischen Gebäuden darauf überprüft worden, ob die Installation einer Solaranlage überhaupt möglich ist. Einige Gebäude seien wegen Denkmalschutz und statischer Belastung aus der Betrachtung gefallen, so Kezic. Bei den übrigen Gebäuden sollen die großen Dächer durch externe Betreiber genutzt werden, laut Sitzungsvorlage „im Sinne einer raschen Belegung“. Die Stadt wolle dafür das Dach pachtfrei zur Verfügung stellen und für zehn Jahre einen Stromliefervertrag abschließen, erklärte Kezic. Die kleineren Dächer wolle die Stadt selbst belegen. Laut der Vorlage rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 205.000 Euro. „Unser Ziel ist, alles zu belegen, was möglich ist“, so Kezic.

1,3 Megawatt Peak sind schon installiert

Laut den Sitzungsunterlagen läuft bei einigen Dächern noch die Klärung, ob sie statisch geeignet sind. Viele Dächer, die in Frage kämen, sind zudem schon belegt. Birgit Kloos‘ (SÖS) Frage, wie viel Leistung dazukomme, konnte Kezic daher noch nicht beantworten. Derzeit seien etwa 1,3 Megawatt Peak – also Höchstleistung – auf Dächern von Stadt, Stadtwerken sowie Kultur und Tourismus Singen (KTS) installiert. Man gehe von einem Jahresertrag von 1,3 Millionen Kilowattstunden aus, so Kezic auf Anfrage. Das deckt nach Werten des Statistischen Bundesamtes für 2019 den Jahresbedarf von knapp 420 Haushalten.

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Ralf Knittel (CDU) fragte nach einem Rechtsstreit über ein Dach der Grundschule Überlingen, auf den die Vorlage hinweist. Mit Blick auf das laufende Verfahren sagte Oberbürgermeister Bernd Häusler nur, dass man demnächst ein Urteil erwarte. Zum schwebenden Verfahren werde man sich nicht äußern, bekräftigte die städtische Pressestelle auf Nachfrage.