Das Motto war Programm: „Abitur 2020 – Mit Abstand die Besten“ hatten sich die Absolventen des Hegau-Gymnasiums als Leitspruch gegeben, und er sollte nicht nur eine Verbindung zu Corona-Auflagen beweisen: Ein Spitzenjahrgang verließ die Schule, wie Direktorin Kerstin Schuldt in ihrer Ansprache bei der Abschlussfeier in der Schulaula zusammenfasste. Gesamtnotendurchschnitt der 71 Abiturienten: 2,1, so gut wie noch keine Absolventen zuvor. Drei Schüler erzielten die Traumnote 1,0.

Schulleiterin ist stolz

Nach einer Präsentation von Bildern der Schüler auf ihren Klassenfahrten nach Berlin, Rom und Paris sowie Exkursionen und Ausflügen, untermalt von David Bowies „Heroes“, berichtete Schulleiterin Kerstin Schuldt zum einen von den Bemühungen der Schüler, seit Beginn der Corona-Pandemie die Abstandsregeln im Schulbetrieb einzuhalten. Zum anderen konnte sie stolz die Ergebnisse dieses Spitzenjahrgangs verkünden, bei dem alle zum Abitur Angetretenen dieses auch bestanden. 17 Schüler kamen auf einen Schnitt von 1,5 und besser. Acht Schüler absolvierten gleichzeitig mit dem deutschen auch das französische Abitur „Baccalauréat“. Die Hälfte von ihnen mit einem „Très bien“, was einer 1,0 im deutschen Notensystem entspricht.

Theresa Smija, Marcell Völler und Salina Alaro (von links) können sich über die Traumnote von 1,0 in ihrem Abiturzeugnis freuen.
Theresa Smija, Marcell Völler und Salina Alaro (von links) können sich über die Traumnote von 1,0 in ihrem Abiturzeugnis freuen. | Bild: Sandra Baindl

Kein Corona-Bonus bei den Noten

Dass hier ein „Corona-Bonus“ mit im Spiel gewesen sein könnte, wies Schuldt von sich. Bereits im Schuljahr zuvor habe sich gezeigt, dass es sich bei diesen Jahrgang um sehr leistungsbereite Schüler handelte. Die Diektorin dankte dem Lehrerkollegium für seinen besonderen Einsatz, insbesondere in den vergangenen Monaten, den Schüler für ihr soziales Miteinander und ihr Engagement sowie den Eltern für ihren Einsatz für die Schüler und die Schule. Gerade in den letzten Monaten hätten die Schüler Konsequenz, Durchhaltevermögen und Disziplin bewiesen. Kerstin Schuldt gab ihnen mit auf den Weg, dass der Schlüssel zum Erfolg im Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in Offenheit für Neues und der Bereitschaft zu lernen liege.

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Schüler sollen Chancen nutzen

Die Vorsitzende des Fördervereins Esther Harasco betonte die besondere Bedeutung des diesjährigen Abiturjahrgangs und wie wichtig es gerade in dieser Situation gewesen sei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Sie forderte die Schüler auf, die Chancen zu nutzen, die sich ihnen böten, und dabei aber die Menschlichkeit nicht zu vergessen. Sein musikalisches Ausnahmetalent stellte anschließend Absolvent Ammiel Matteis unter Beweis. Passend zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens präsentierte er den 3. Satz der Mondscheinsonate und erntete dafür lautstarken Applaus der Zuhörer.

Bürgermeisterin macht Mut

Bürgermeisterin Ute Seifried machte in ihrer Rede deutlich, dass die Corona-Krise an eine simple Wahrheit erinnert habe. Nicht alles sei planbar und berechenbar. Zukünftige Herausforderungen könnten nur dann bestanden werden, wenn diese Unsicherheit als einzige Sicherheit akzeptiert würde. Gleichzeitig gelte es, eine neue Definition von Wohlstand und Glück zu finden. Den Schülern gab sie mit auf den Weg, dass es nun in ihren Händen liege, diese Welt mit den Erfahrungen aus der Krise zu einem besseren Ort zu machen. Zum Schluss gewährte Schülervertreterin Lucy Greiff in ihrer launigen Rede dem Publikum Einblick in den Schulalltag. Dabei lobte sie besonders den Zusammenhalt der Schüler. Zum Ende der Veranstaltung präsentieren die Schüler ein selbstgedrehtes Video mit ihrem ganz persönlichen Rundgang durch das Schulgebäude.