Die Kalte Sophie markiert am 15. Mai das Ende der Eisheiligen. Jetzt wird es höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, was in diesem Jahr im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse gepflanzt werden soll. Der SÜDKURIER hat mit Profis gesprochen, welche Tipps sie für alle Freunde einer bepflanzten Umwelt geben können.

Bienenfreundliche Blumen bevorzugen

Fachberaterin Nicole Polaczy von Blumen Weggler in Singen zeigt, dass man durchaus auch auf dem Balkon viel für Bienen, Insekten und Schmetterlinge anpflanzen kann. Oft seien die Blumen extra gekennzeichnet, um den Kunden das Suchen zu vereinfachen. „Denn nicht alle Blumen haben gleich viel Nektar oder Pollen“, erläutert Polaczy.

Die Auswahl an bienenfreundlichen Pflanzen bei Blumen Weggler in Singen ist groß. Insekten und Schmetterlingen erfreuen sich auf dem heimischen Balkon oder Terrasse daran.
Die Auswahl an bienenfreundlichen Pflanzen bei Blumen Weggler in Singen ist groß. Insekten und Schmetterlingen erfreuen sich auf dem heimischen Balkon oder Terrasse daran. | Bild: Tesche, Sabine

Naschgemüse in Blumenkästen anbauen

Betriebsleiter Tim Jilk vom Gartencenter Mauch in Hilzingen hat noch einen weiteren Tipp: Warum nicht mal Blumenkästen mit Naschgemüse, Kräutern oder kleinen Obstbäume für den Blumentopf bepflanzen.

Ohne schlechtes Gewissen naschen – das ist mit diesen Minitomaten für den Balkon möglich.
Ohne schlechtes Gewissen naschen – das ist mit diesen Minitomaten für den Balkon möglich. | Bild: Tesche, Sabine

Wichtig sei dabei allerdings, mit einer geeigneten Drainage Staunässe zu vermeiden und Pflanzen mit gleichen Wasserbedarf zusammen zu pflanzen. Dabei lassen sich auch wunderbar Bienen, Insekten und Schmetterlinge beobachten und die Kinder können beim Ernten helfen. Gut sei auch, so Jilk, wenn eine kleine Vogeltränke zur Verfügung steht. „Wichtig ist dabei aber, dass das Gefäß nicht zu tief ist und das Wasser jeden Tag gewechselt werde.“ Vielfalt ist auch auf kleinstem Raum möglich.

Der Frühling lockt die Menschen im Hegau in die Gärten. Pflanzenexperten geben Tipps zur Gestaltung.
Der Frühling lockt die Menschen im Hegau in die Gärten. Pflanzenexperten geben Tipps zur Gestaltung. | Bild: Tesche, Sabine

Wildblumen in der Singener Fußgängerzone

Was fürs Auge schön ist, kann auch gut für die Insekten sein. Dies macht sich auch die Abteilung Grün der Singener Stadtverwaltung zu eigen und hat ihre neuen Blumenbeete in der neu gestalteten Fußgängerzone bewusst mit heimischen Wildblumen angelegt, denn gerade in der Stadt ist das Nahrungsangebot nicht immer ausreichend vorhanden. Deshalb zählt jede Pflanze.

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Wie man richtig gießt

Wer das Glück hat und einen Garten sein eigen nennt, der hat natürlich nicht nur mehr Platz und Freude, sondern auch Arbeit. Ein wichtiger Teil ist neben dem Pflanzen das richtige Gießen. Michael Grimm von Gartenbau Grimm in Hilzingen hat wertvolle Tipps, wie man seinen Garten richtig gießt: Schon beim Pflanzenkauf könne darauf geachtet werden, wie viel Wasser die Pflanze braucht. „Beim Neupflanzen von Sträuchern und Bäumen ist es wichtig, dass man ein ausreichend großes Loch gräbt und erst einmal reichlich Wasser in das Pflanzenloch laufen lässt“, sagt Grimm. Nach dem Einpflanzen rät er, einen Gießrand anzuhäufen und den Strauch oder Baum dann noch mal mit etwa 20 Liter Wasser aus der Gießkanne angießen.

Nicht nur beim Pflanzenkauf, sondern auch beim Gießen gibt einiges zu beachten, weiß Michael Grimm vom gleichnamigen Gartenbau in Hilzingen.
Nicht nur beim Pflanzenkauf, sondern auch beim Gießen gibt einiges zu beachten, weiß Michael Grimm vom gleichnamigen Gartenbau in Hilzingen. | Bild: Tesche, Sabine

Zu häufiges Gießen verursacht keine langen Wurzeln

So versorge man die Pflanze mit ausreichend Flüssigkeit für die ersten zwei Wochen, sagt der Fachmann. Dabei ist Grimm kein Freund des ständigen Gießens: „Dadurch werden die Pflanzen nur bequem, sie bilden keine langen Wurzeln“, rät er, lieber alle drei Tage das Blumenbeet und den Rasen einmal die Woche gießen dann aber ausreichend etwa anderthalb Stunden. „Aber es kommt immer auf die Beschaffenheit des Bodens an“, so Grimm. Ein kurzes Wässern durchdringe lediglich die Oberfläche und das Wasser werde verschwendet.

Der Garten von Gärtner Michael Grimm.
Der Garten von Gärtner Michael Grimm. | Bild: Tesche, Sabine

Ratsam könne sein, einen Regenmesser ins Blumenbeet oder auf den Rasen zu stellen. Was auch helfe, sei eine geschlossene Vegetationsfläche: „Das ist nicht nur gut für die Mikroorganismen, sondern hilft auch gegen Unkraut.“ Rindenmulch könne dabei unterstützen, die Bodenoberfläche feucht zu halten.

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