Das Empfangskommitee stand bereit und als die vier Mountainbiker in die Mühlenstraße einbogen und vor dem Haus der Lebenshilfe Halt machten, schepperten die Ratschen und Rasseln zur Begrüßung. Michael Fleiner, Tobias Lechler, Philipp Marschall und Daniel Bensberg waren als Ausgleich für den Ausfall des Sponsorenlaufs für die Freizeiteinrichtung BeTreff in Singen in einer privaten Spendenaktion in sieben Stunden 171 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren.

„Ich bin so froh, dass ich abgeholt werde und nicht auch noch nach Hause nach Radolfzell fahren muss“, gab Michael Fleiner nach der Langen Zeit im Fahrradsattel zu. Es waren mehr Kilometer geworden als ursprünglich geplant, aber seine Schwester Manuela Wrzeszcz hatte schließlich auch am Abend zuvor mit einer Nudelparty als Energielieferant für Stärkung des Teams gesorgt. Michael Fleiner ist davon begeistert, was er während seiner Spendenaktion erlebt hat: „Es ist einfach toll. Unterwegs kamen wir mit einer Radfahrerin ins Gespräch, die unsere Aktion so toll fand, dass sie auch spenden will.“ Dazu hätte ein Geschäftsmann sich gemeldet, der pro Kilometer eine Spende von fünf Euro ankündigte. Zuhause wollte Michael Fleiner gleich das Video von der Fahrt auf die Facebookseite der Lebenshilfe stellen und sagt: „Dann können alle anfangen zu spenden – egal wie hoch, jeder Euro zählt.“

Vom Empfangskommitee begrüßt, fuhr das Viererteam auf seinen Mountainbikes glücklich aber auch erschöpft ins Ziel.
Vom Empfangskommitee begrüßt, fuhr das Viererteam auf seinen Mountainbikes glücklich aber auch erschöpft ins Ziel.

Anstrengende Aktion

Als Tobias Lechler von Fleiner der Aktion für die Lebenshilfe als Träger des BeTreffs erfuhr, war er sofort dabei. Aber mit dem Umfang hat er nicht gerechnet: „Michael sprach anfangs von 80 Kilometern, dann 120 und dann von 140 Kilometern“, erzählt er mit Blick auf den Tacho, der bei Ankunft 171 Kilometer anzeigte. Zwischendrin hätten schon die Muskeln gebrannt, aber es sei ein tolles Team gewesen und alles sei glatt gelaufen. Bis auf zwei Fünf-Minuten-Pausen: „Den ersten Platten hatte ich bei Allensbach, den zweiten in Konstanz“, erzählte Tobias Lechler.

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Für Daniel Bensberg sei die Strecke eine Herausforderung gewesen, denn normalerweise fahre er etwa 30 bis 40 Kilometer durch das Gelände. „Ich dachte so an 140 Kilometer, das sind schon 100 mehr als üblich. Und das mit einem Mountainbike“, betonte er. So eine lange Strecke fahre man in der Regel mit einem Rennrad Euphorisch sei er ins Ziel gekommen und jetzt überglücklich. Auch für Philipp Marschall, Trainer beim Fit Team Bodensee, waren sieben Stunden im Sattel nur mit kurzen Pausen für zwei Reifenwechsel schon eine sehr lange Zeit. „Aber es war eine tolle Aktion für die Lebenshilfe und wenn man weiß, wofür man das macht, dann läuft es von allein“, sagt Philipp Marschall als Radfahrer aus Leidenschaft.