Freud und Leid liegen bei den Stadtwerken Singen mit Blick auf das Wirtschaftsjahr 2020 nahe beieinander. Wie Axel Blüthgen, Leiter der Stabstelle Rechnungsprüfung, in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschuss der Stadtwerke mitteilte, fällt das Ergebnis zwar besser aus als geplant. Aber: „Dennoch schließen die Stadtwerke mit einem Minus ab.“ Und dieses beläuft sich auf rund 366.000 Euro. Zwar konnte das Minus aus dem Jahr 2019 (742.000 Euro) deutlich verringert werden, aber es sei laut Blüthgen das dritte Jahr in Folge, in dem die Stadtwerke ein negativen Ergebnis erzielt hätten.

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Das Ergebnis setzt sich aus verschiedenen Sparten zusammen: Müllabfuhr (- 301.000 Euro), Wertstoffe (+ 84.000 Euro), Wasserversorgung (+ 1,3 Millionen), Stadtbus (- 1,5 Millionen), Industriegleise (- 32.000 Euro), Parkhäuser (- 272.000 Euro) und Energiebeteiligung (+ 335.000 Euro). Vor allem der Stadtbus bleibt ein Sorgenkind. „Wir haben dort vom ÖPNV-Rettungsschirm profitiert, sonst sähe das Ergebnis noch schlechter aus“, betonte Blüthgen. Anders sehe es bei der Wasserversorgung aus: Hier hätte sich laut Blüthgen unter anderem die Gebührenerhöhung um 12 Cent ausgezahlt und zu einem positiven Ergebnis beigetragen. „Corona-bedingt wurde mehr Wasser verkauft“, sagte er.

4,5 Millionen wurden in 2020 investiert

Trotz einer pandemiebedingten angespannten Finanzlage haben die Stadtwerke 2020 insgesamt 4,5 Millionen Euro investiert. Zu den größten Ausgaben zählten laut Axel Blüthgen etwa das Bahnhofsvordach und die Abwasserentsorgung. Hier investierten die Stadtwerke 1,8 Millionen beziehungsweise 1,3 Millionen Euro.

War 2020 eines der Sorgenkinder: Das Parkhaus unter der Stadthalle. Denn Corona hat dafür gesorgt, dass kaum Autofahrer die Stellplätze genutzt haben.
War 2020 eines der Sorgenkinder: Das Parkhaus unter der Stadthalle. Denn Corona hat dafür gesorgt, dass kaum Autofahrer die Stellplätze genutzt haben. | Bild: Matthias Güntert

Auch für die Straßenbeleuchtung habe man 700.000 Euro ausgegeben. Darunter fallen die Umrüstung auf LED und die Beleuchtung am Bahnhofsvorplatz. „Die Investitionen waren etwas niedriger als die Vorjahre“, sagte Blüthgen. Etwa 1,1 Millionen Euro weniger als 2019 und 1,8 Millionen Euro als 2018. „Das liegt daran, dass 2018 und 2019 die Tiefgarage Herz-Jesu-Platz gebaut wurde, die doch kostenintensiv war“, erklärte er in der Ausschusssitzung.

Stadt rechnet in 2021 mit ähnlichen Auswirkungen

Für viele Ausschussmitglieder kam das negative Jahresergebnis für 2020 wenig überraschend, wie Eberhard Röhm (Grüne) bemerkte. Er blicke deshalb mit einer gewissen Sorge in das laufende Geschäftsjahr 2021 und darüber hinaus. Oberbürgermeister Bernd Häusler gab ihm Recht: „Die Probleme werden ähnlich sein.“ Er betonte aber auch, dass etwa der Bereich Parkhäuser wieder anziehen würde. So sei die Auslastung in den städtischen Parkhäusern über den gesamten Sommer hinweg gut gewesen.

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Ein Aber bleibt: „Drei negative Jahre in Folge bei den Parkhäusern, da müssen wir schnell wieder heraus“, so der Rathauschef. Ein Blick in die Zahlen verdeutlicht dies: Alleine bei der Tiefgarage unter der Stadthalle gingen die Einnahmen 2020 um 50 Prozent zurück.