Eineinhalb Jahre sind vergangen seit dem letzten Lesestammtisch. Corona hat die Treffen der Singener Lesegesellschaft jäh unterbrochen. Jetzt treffen sich die Mitglieder zum Neustart im Carifé. Die Tür klemmt, und die Erschienenen müssen den Umweg durch die wissenschaftliche Hegau-Bibliothek nehmen. Irgendwie ist das auch eine gute Einstimmung auf die Mitgliederversammlung.

Denn was alle Anwesenden vereint, ist die Leidenschaft für das gedruckte Buch. Der Gang durch die Räume der städtischen Bibliotheken ist der Weg durch eine kleine Schatzkammer. Nicht, dass die Lesefreunde die digitalen Medien ablehnten; aber eine literarische Diskussion über die Internet-Plattform Zoom ist für sie nicht vergleichbar mit realen Treffen.

Neustart nach dem Lockdown

Jetzt also Neustart: Klaus Forster und Alfred Becker nutzten die Gelegenheit, um ihre Posten des ersten und des zweiten Vorsitzenden abzugeben. Aus Altersgründen, wie beide betonten. Sie wollten einen Generationswechsel herbeiführen. Einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde die frühere Leiterin der städtischen Bibiliothek, Barbara Grieshaber; genauso einstimmig wählten die Mitglieder Birgit Krüger zur zweiten.

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Neben dem reinen Vergnügen am Austausch über Literatur sieht sich die Lesegesellschaft als Unterstützer. Vereinszweck ist die Förderung des Lesens und der städtischen Bibliotheken. Das reicht vom Engagement in der Lesebetreuung in Schulen und Kitas bis zu Moderationen bei der „Erzählzeit ohne Grenzen“, von der Spende für das Projekt „Leseleuchten“ des Vereins Kinderchancen bis zur Mitarbeit bei den Jugendbuchtagen.

43 Mitglieder hat die Lesegesellschaft. Zu Hochzeiten nach der Wiederbelebung des 1908 gegründeten Vereins im Jahr 1995 waren es sogar rund 70 Mitglieder. Alle vier bis sechs Wochen treffen sich die Lesefreunde, um über ein Buch zu diskutieren. Rund 250 Titel haben sie mittlerweile besprochen. Derzeit auf dem Plan: „Die Tessinerin“, ein schmales Bändchen von Thomas Hürlimann.