Die Stadtverwaltung Singen weitet ihr Testangebot auf die Kindertageseinrichtungen und die -Tagespflege aus. Darauf hat sich der Verwaltungs- und Finanzausschuss einstimmig in seiner jüngsten Sitzung geeinigt. Ziel sei es, laut Bürgermeisterin Ute Seifried, jedem betreuten Kind bis sieben Jahren zwei Corona-Schnelltests pro Woche zu garantieren. Anders als an den Singener Schulen bestehe aber noch keine Testpflicht. „Das ist ein freiwilliges Angebot“, so Seifried.

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Damit reagiere die Stadtverwaltung auch auf die Wünsche der Elternschaft. Denn die Nachfrage nach den sogenannten Lollitest seien laut Bürgermeisterin Seifried hoch. Gerade weil sie entgegen der gängigen Nasentests für kleinere Kinder leichter anzuwenden seien. „Die Kinder können dies sehr gut machen“, so Seifried weiter. Die ersten Tests seien bereits Anfang der Woche an die Singener Kindertageseinrichtungen ausgeliefert worden. Seifried bezifferte die Kosten dafür auf 41.700 Euro – alles finanziert aus städtischen Haushaltsmitteln. Zudem sei es angedacht, mit den freien Trägern über eine Kostenbeteiligung der Stadt mit dem Beginn der Pfingstferien zu verhandeln.

Seifried: „Diese Aktion ist nicht günstig, aber sie ist es uns wert.“

Eine Beteilung an den Kosten seitens des Landes stehe laut Seifried in Aussicht. Wie hoch diese ausfalle, stehe allerdings noch nicht fest. „Die Kommunen müssen daher in Vorleistung gehen und die Kosten für die Teststrategie in den Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege selbst tragen“, betont Seifried. Sie kündigte aber an, dass die Stadt allen Betreuungseinrichtungen in Singen ausreichend Tests bis zum Beginn der Pfingstferien zur Verfügung stellen werde.

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Die Tests selbst sollen dann zuhause angewandt werden. Eine Testung in der Einrichtung selbst, sei nicht möglich, wie OB Bernd Häusler verdeutlichte: „Bei Kleinkindern wäre dies zu zeitintensiv.“ Eine Anleitung, wie der Lollitest anzuwenden sei, habe die Stadtverwaltung laut Bürgermeisterin Seifried bereits verfasst. Sogar in verschiedenen Sprachen. Eine Infomappe samt Video sollen bald folgen. „Wir hoffen, dass wir das Thema Corona damit auch in den Kitas in den Griff bekommen“, sagte Seifried. Sie berichtete davon, dass es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu Infektionen in den Kitas gekommen sei. „Diese Aktion ist nicht günstig, aber sie ist es uns wert“, so Seifried.

Lob und Kritik von den Stadträten

Im Gremium kam der Vorstoß gut an: Angelika Berner-Assfalg (CDU) hob das das schnelle und unkomplizierte Handeln der Stadtverwaltung hervor: „Es ist Fakt, dass selbst kleinere Kinder ein Träger des Corona-Virus sein könne.“ Zudem lobte sie das Vorgehen der Stadt, die Anleitungen in verschiedene Sprachen zu übersetzen. „Wir haben andere Inzidenzwerte als etwa Konstanz, das liegt auch an der Sozialstruktur in Singen“, so Berner-Assfalg weiter. Durch die Übersetzungen erreiche man möglichst viele Menschen in der Stadt. Eberhard Röhm von den Grünen pflichtete ihr bei: „Gerade diese Bevölkerungsgruppe hat noch lange keine Aussicht auf eine Impfung, deswegen reagieren wir genau richtig.“ Und an Geld dürfe dies nicht scheitern. Regina Brütsch (SPD) sprach sich ebenfalls für die Teststrategie in Kitas aus, kritisierte allerdings auch die baden-württembergische Landesregierung scharf. Diese habe vor Monaten davon gesprochen, kleinere Kinder auch testen zu wollen. Davon sei allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. „Dort sind alle auf Tauchstation gegangen und schieben diese Aufgabe jetzt den Städten und Kommunen zu“, sagte Brütsch.

Acht Hegau-Gemeinden testen auch

Singen ist nicht die einzige Kommune, die die Teststrategie auf die Kitas ausweitet. Auch acht weitere Hegau-Gemeinden, darunter etwa Volkertshausen, haben ihre Einrichtungen bereits mit Testkits versorgt. Wie Bürgermeister Marcus Röwer mitteilte, haben sich die Gemeinden zusammengetan, um diese zu einem günstigen Preis den Kindergärten zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit Hauptamtsleiter Martin Gschlecht hat er die ersten Exemplare an Kita-Leiterin Marlies Breininger übergeben.