Nach einer brutalen Messerstecherei in Singen sind jetzt alle fünf in Deutschland festgenommenen Tatverdächtigen in Untersuchungshaft überführt worden. „Sie wurden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt“, erläutert Polizeisprecherin Sandra Kratzer in einer Pressemitteilung des Konstanzer Präsidiums. Die fünf Männer seien zwischen 20 und 38 Jahre alt und wurden in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten untergebracht. Um des 53-Jährigen, der als Drahtzieher gilt und in Schaffhausen festgenommen wurde, habhaft zu werden, müsse nun ein Auslieferungsantrag bei den Schweizer Kollegen gestellt werden, heißt es aus Polizeikreisen. Dafür ist die Staatsanwaltschaft zuständig.

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Doch noch seien zahlreiche Beteiligte an den Vorkommnissen auf freiem Fuß. „Wir suchen noch nach Mittätern und Zeugen“, erklärt Polizeisprecher Uwe Vincon gegenüber dem SÜDKURIER. Dabei sei es derzeit gar nicht leicht, das eine vom anderen zu trennen. So sei es auch zu dem Großeinsatz der Polizei gestern in der Rielasinger Straße gekommen. Es habe Hinweise gegeben, dass der Tatverdächtige aus Schaffhausen erneut die Familie der Betroffenen attackiere. „Dass er quasi zeitgleich in Schaffhausen festgenommen wurde, haben wir zu spät erfahren“, berichtet Vincon. Dass es sich bei den dort Festgenommenen um die Falschen handelte, habe aber schnell geklärt werden können.

Spuren der Polizeiarbeit am Friedrich-Ebert-Platz.
Spuren der Polizeiarbeit am Friedrich-Ebert-Platz. | Bild: Biehler, Matthias

Auch Hausbesitzer Frank Aulbach von der Zebra Immo GmbH, die vor zwei Jahren das Haus gekauft hat, kann sich eine Tatbeteiligung der Bewohner und Pächter des Hauses an der Rielasinger Straße nicht vorstellen: „Ich kenne meine Mieter als zuverlässige Menschen“, betont er gegenüber dem SÜDKURIER.

Dass die Auseinandersetzungen noch nicht beendet sind, zeigte sich am Dienstag erneut. Gegen 14 Uhr wurde ein 42-jähriger Autofahrer laut Polizei von mehreren unbekannten Personen bedroht. Der Mann habe, wie es im Polizeibericht heißt, in Rielasingen-Worblingen an einer Ampelkreuzung anhalten müssen, als aus einem nachfolgenden Auto mehrere Unbekannte ausgestiegen und mit Messer bewaffnet auf das Auto des 42-Jährigen zugegangen seien. Er konnte aber unverletzt fliehen. „Die Polizei geht von einem Zusammenhang mit den Übergriffen am Montagnachmittag aus“, erläutert Polizeisprecherin Sandra Kratzer.

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Am Montag ist es zu zwei Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Familien in der Singener Innenstadt gekommen. Dabei soll es kurz vor 14 Uhr zu einem Ablenkungsmanöver durch eine Schlägerei zwischen 15 bis 20 überwiegend Jugendlichen im Bereich der Herz-Jesu-Kirche in Singen gekommen sein, bevor gegen 15 Uhr ein Kleinbus am Friedrich-Ebert-Platz attackiert wurde. Die drei Insassen mussten schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Sie befinden sich laut Polizei aber außer Lebensgefahr.