Wie geht es weiter mit der Tourismusbranche, Hotellerie und Gastronomie, die durch den Lockdown um das nackte Überleben kämpfen? Das war Thema beim fünften digitalen Kamingespräch, zu dem Markus Bumiller, FDP-Landtagskandidat des Wahlkreises Singen-Stockach eingeladen hatte. Seine Gesprächspartner waren Professor Erik Schweickert, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, und Elke Schönborn, Leiterin der Tourismus Akademie Baden-Württemberg.

Viele wissen nicht, wie es weitegeht

„Der aktuelle Stand kann frustrierender nicht sein. Die Leute dürfen nicht arbeiten, Hilfen bleiben aus und sie wissen nicht, wie es weitergeht“, eröffnete Bumiller die Gesprächsrunde. Im Schwarzwald würden 280.000 Beschäftigte in der Branche arbeiten, so Elke Schönborn, zudem sei der Tourismus sozialrelevant, denn 80 Prozent der Deutschen wollten reisen. Sie sieht auch für die Zeit nach Corona einen Einbruch in der Touristikbranche. Mitarbeiter würden in andere Berufe wechseln, neue Ausbildungsverträge seien um 60 Prozent zurückgegangen.

„Wir brauchen eine nachhaltige, ökonomische Perspektive“, sieht Schönborn eine Beschränkung der Gastzahlen kritisch. Sie geht auch davon aus, dass die Leute nicht ins Ausland reisen, sondern hierbleiben.

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Professor Schweickert bemängelte, dass der Bund die Auszahlung der Überbrückungshilfen nicht über das Finanzamt, sondern an die Bundeskasse übergeben hat. „Die Gelder sind da, über 600 Millionen in Baden-Württemberg, aber es ist eine riesige Aufgabe für die Länder, dass die Hilfe ankommt“, so Schweickert. Es seien auch mehr als gedacht, die nichts bekommen, leer ausgehen würden die Mischbetriebe wie ein Landgasthof mit angeschlossener Metzgerei.

Am Beispiel der Öffnung der Frisöre bezeichnet Schweickert die Schließung als undifferenziert: „So nah wie der Frisör kommt eine Bedienung nicht.“ Fazit der Runde war: Keine sinkenden Grenzwerte der Inzidenzzahlen, dafür mehr Tests, bessere Apps und eine Impfstrategie.