Das Amtsgericht Singen hat einen 60-jährigen Mann wegen einer kurzen, aber umso turbulenten Trunkenheitsfahrt verurteilt. Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr stand der Mann vor Gericht. Er habe nach einem Besuch in einem griechischen Restaurant und dortigem Alkoholkonsum versucht, mit dem Auto nach Hause zu fahren, so der Vorwurf. Doch nur wenige Meter vom Restaurant entfernt, raste er in eine Lagerhalle und prallte mit einem stehenden LKW zusammen.

Der Frührentner gab vor Gericht an, er trinke normalerweise kaum Alkohol. Die ausgelassene Stimmung des besagten Abends habe ihn allerdings dazu verleitet, mehr zu trinken als gewohnt – bis er die Kontrolle verlor. „Als ich das Restaurant verlassen habe, dachte ich: Bis nach Hause schaffe ich es noch mit dem Auto“, so der Beschuldigte. Doch der trunkene Leichtsinn hatte fatale Folgen.

„Das ist eine Hausnummer“, sagt die Staatsanwaltschaft

Der Mann brach sich bei dem Unfall die rechte Hand. Am neu angeschafften Auto entstand ein Totalschaden. Die Polizei stellte letztlich eine Blutalkoholkonzentration von 2,56 Promille fest. „Das ist eine Hausnummer“, kommentierte die Staatsanwaltschaft.

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Denn in Deutschland gilt 0,5 Promille als Grenze für das Fahren ohne Strafe. Ab 1,1 Promille gilt man als fahruntüchtig; fährt man trotzdem, sieht das Gesetz eine Geld- oder Freiheitsstrafe vor. Der Führerschein muss entzogen werden und es wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorgeschrieben.

Angeklagter will in Zukunft ganz auf Alkohol verzichten

Die MPU hat der Beschuldigte bereits angetreten. Außerdem zeigte er vor Gericht Reue und gab an, in Zukunft gänzlich auf Alkohol zu verzichten. In 40 Jahren Fahrerfahrung sei es das erste Mal gewesen, dass er strafrechtlich auffiel.

In Anbetracht seines Geständnisses, seiner bisherigen strafrechtlichen Unauffälligkeit und seines geringen Renten-Einkommens legte das Amtsgericht eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 45 Euro fest. Dem Verurteilten wird zudem die Fahrerlaubnis für acht Monate entzogen und er muss die Kosten des Verfahrens tragen.