Im Januar schwärmen die Impfteams aus

Die heiligen drei Könige können in diesem Jahr Corona-bedingt leider nicht in den Gemeinden ausschwärmen und den Segen in die Häuser bringen. Dafür dürfen alle, die die Aktion von Kindern für Kinder unterstützen wollen, in den Kirchen spenden. Ein Aufkleber mit dem Segen kann in vielen Gemeinden in der Kirche mitgenommen werden und selbst an der Haustür befestigt werden. Im Januar ausschwärmen dürfen die mobilen Impfteams mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus, die zuerst die Pflegeheime aufsuchen und dort hoffentlich für eine Entspannung der Lage sorgen. Die über 80-Jährigen machen vom Angebot, sich impfen zu lassen regen Gebrauch und viele Angehörige sind erleichtert.

Närrischer Schweigemarsch im Februar

Bei der satirischen Vorschau des Jahres 2019 hatten wir gemutmaßt, dass es beim großen Volkertshauser Narrentreffen zu einem Schweigemarsch der Zünfte kommt, um gegen ständig steigende Vorschriften und Auflagen zu protestieren. Das nahmen Narren-Obere für bare Münze. Die alles andere als ernst gemeinte Ankündigung sorgte jedenfalls für große Verwirrung.

Poppele-Zunftmeister mit Abstand im Internet. Archivbild: Helene Kerle
Poppele-Zunftmeister mit Abstand im Internet. Archivbild: Helene Kerle | Bild: Helene Kerle

Und nun das: Das Schweigen der Narren hält in der Hegauer Fasnacht Corona-bedingt im Februar 2021 tatsächlich Einzug. Weil sie öffentlich nicht groß feiern dürfen, gehen die Narren zum Lachen buchstäblich in die Keller. Davon haben die Zünfte ja genug. Das Ganze wird dann per Video im Internet übertragen. Nein, die Narren lassen sich ihren Spaß auch an dieser Fasnacht nicht verbieten und agieren dazu noch so vorbildlich, dass der Spuk Corona 2022 endlich vorbei sein sollte.

Aus für die Doppelgemeinden im März

Am 14. März 2021 heißt es für die Bürger von Mühlhausen-Ehingen: Ab zum Superwahlsonntag. Neben der Landtagswahl, die in ganz Baden-Württemberg stattfindet, wählen die Bürger zeitgleich auch einen Nachfolger für Bürgermeister Hans-Peter Lehmann. Der kommunalpolitische Dauerbrenner verabschiedet sich dann nämlich nach drei Jahrzehnten in den Unruhestand. Mit Michael Krause und Patrick Stärk haben zwei Kandidaten ihren Hut vor dem Jahreswechsel bereits in den Wahlkampfring geworfen. Doch die Pandemie bestimmt auch die Wahl und deren Ablauf. Doppelgemeinden wie Mühlhausen-Ehingen werden aufgelöst, um das Virus zu stoppen. Die Eugen-Schädler-Halle wird zur geografischen Demarkationslinie. Die Grenzen sind dicht. Die beiden Teilorte werden wieder unabhängig, sowohl Ehingen als auch Mühlhausen brauchen einen neuen Rathauschef – gut, dass zwei Kandidaten vorhanden sind. Wie Rielasingen-Worblingen dieses Problem lösen wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Im April kommt der geimpfte Osterhase

Das Corona-Impfzentrum des Landkreises Konstanz in der Singener Stadthalle hat bereits über einer Millionen Menschen den Impfstoff gegen das Corona-Virus verabreicht. Pünktlich zum Osterfest, der Ostersonntag ist 2021 am 4. April, hat der Osterhase die 999.999 Spritze bekommen, damit das Osterfest gesichert ist. Kurz danach sei der Poppele laut SÜDKURIER-Informationen an der Reihe gewesen. Als ihm das Impfpersonal mitgeteilt habe, dass sich der Impfstoff negativ auf den Geschmack von Hopfenkaltschalen und Gerstensaft auswirken könnte, habe er sich die Spritze aus dem Arm gezogen und die Stadthalle fluchtartig verlassen.

So kann ein Corona-Impfzentrum (hier in Nürnberg) aussehen. Bild: dpa
So kann ein Corona-Impfzentrum (hier in Nürnberg) aussehen. Bild: dpa | Bild: DANIEL KARMANN

Die Rückkehr der Scheffelhalle im Mai

Zum ersten Mai, dem Tag der Arbeit, lädt der Deutsche Gewerkschaftsbund traditionell nach einem Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche und einem Festumzug zum Familienfest an der Scheffelhalle. 2020 gab es einen virtuellen Tag der Arbeit. 2021 soll es wieder ein Familienfest geben. Aber ohne Scheffelhalle? Der Umzug mit Abstand endet diesmal auf dem Rathausplatz und auch für die Scheffelhalle gibt es eine gute Nachricht. Am Standort der abgebrannten Halle soll ein supermoderner, klimaneutraler Holzbau entstehen. Der Bau wird wegen seiner innovativen Bauweise von Bund und Land gefördert, so dass sich die Stadt trotz Corona-gebeutelten Kassen an den Neubau wagt. Der Förderverein unterstützt nach Kräften mit Arbeitseinsätzen und Förderungen für kleine Extras und auch die Poppele-Zunft lässt sich nicht lumpen und packt kräftig mit an.

Endlich wieder Party im Juni

Ende des Monats wird endlich wieder gefeiert! Nachdem das Stadtfest im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, haben sich die Singener Vereine in diesem Jahr besonders viel einfallen lassen: Das Programm von 2020 wurde einfach noch erweitert. Deshalb wird die Festmeile nun 2000 statt 1000 Meter lang, so kann man auch besser den reduzierten Hygieneabstand von einem Meter einhalten. Auch vor den Bühnen kann man sich noch besser verteilen: Aus sieben wurden neun – Robin Schulz muss sich schließlich schon mal in Stimmung bringen, bevor er im August in Aach auftritt. Damit so viel Party niemandem zu Kopf steigt, ist für Abkühlung natürlich gesorgt: Die Bierreserven von 2020 warten auf durstige Abnehmer.

Das Burgfest kommt im Juli endlich zurück

Ein Monat voller Spannung und Vorfreude erwartet die Menschen in Singen und dem ganzen Hegau – kann in diesem Jahr endlich das 50-jährige Jubiläum der Hohentwiel-Rückeroberung nachgeholt werden. Schon zwei Mal ist das zweitägig geplante Fest bereits verschoben worden – und gemäß einer alten Singener Weisheit, wonach Tradition wird, was mehr als zwei Mal passiert, könnte das zum Ende einer Tradition werden.

Das Burgfest fiel schon zwei Mal flach, vielleicht gibt es Hoffnung für 2021? Schön war‘s 2018. Archivbild: Veranstalter
Das Burgfest fiel schon zwei Mal flach, vielleicht gibt es Hoffnung für 2021? Schön war‘s 2018. Archivbild: Veranstalter | Bild: Veranstalter

Nicht zuletzt deshalb kämpft Singens OB im Bürgermeisterwahlkampf wie einst Theopont Diez wie ein Löwe um die Ausrichtung des Jubiläums. Die Singener sind gespannt, ob ihm die zwei Ziele für 2021 gelingen: seine Wiederwahl und dann das große Fest auf der Burg.

Im August geht es ab in ruhige Ferien

Die Sommerferien sind da! Schüler und Lehrer sind erleichtert, Eltern müssen mal wieder ihren Urlaub zusammenkratzen und die Großeltern aktivieren, damit die Kinder über sechs Wochen betreut sind. Aber endlich darf man wieder in den Urlaub fahren und die Bäder haben uneingeschränkt geöffnet. Den Seen im Landkreis haben die Hygieneauflagen des vergangenen Jahres allerdings gut getan. Am Steißlinger See ist während des Lockdowns ein Schwanenpaar heimisch geworden und hat, unbeeindruckt von den Besuchern seinen Nachwuchs aufgezogen. Trotz Kontaktformular und Abstand musste manch Besucher feststellen: So ruhig und meist rücksichtsvoll war das Badevergnügen noch nie.

Schlechte Neuigkeiten im September für die AfD

Am 26. September findet die Wahl des 20. Deutschen Bundestages statt. Für den Abgeordneten des Landkreis Konstanz birgt diese Wahl wohl keine Überraschungen: Der CDU-Mann Andreas Jung vertritt seit 2005 zuverlässig den Kreis im Bund und daran wird sich wohl nichts ändern. Bei der Wahl 2017 holte sich die CDU mit fast 45 Prozent der Erst- und 33 Prozent der Zweitstimmen die Mehrheit. Die Wähler haben genug vom Auftreten der AfD auf allen Ebenen: Sie bekommen nicht mal ein Prozent der Stimmen.

Kretschmann auf Stippvisite im Oktober

Beinahe wäre Marian Schreier zum OB von Stuttgart gewählt geworden. Nur knapp unterlag er dem CDU-Mann Frank Nopper. Der Tengener Bürgermeister hat den im Frühjahr wiedergewählten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zur Schätzelemarkt-Kundgebung eingeladen. Mit seinen gewohnt scharfsinnigen Ausführungen zeigt Schreier Kretschmann auf, was dem in der Landeshauptstadt entgehen wird. Der Ministerpräsident erhält im Tengener Feszelt ein kühles Blondes und eine kräftige Mahlzeit, nachdem er im vergangenen Sommer bei einem Besuch mit seiner Familie mangels geöffneter Gaststätten auf dem Engener Marktplatz eine Einkehr gefunden hatte.

Ab zu Martinimarkt im November

Der Singener Handel steht in den Startlöchern. Nachdem seit Monaten Handelsaktionen im Zuge der Corona-Pandemie unmöglich waren und verkaufsoffene Sonntage ebenso wie die traditionelle Leistungsschau der IG Singen Süd abgesagt werden mussten, ruht jetzt alle Hoffnung darauf, dass die Pandemie bewältigt ist und wieder ein Stück Normalität ins Leben zurückkehrt. Doch bis zuletzt bleibt es hochspannend, ob es erlaubt ist, so viele Menschen zum Martinimarkt in die Innenstadt zu locken.

Ein Jahr Cano im Dezember

Nun darf doch noch ein Sekt geschlürft werden: Ein Jahr nach der Eröffnung kann das Cano richtig feiern. Nach dem Ende der Maskenpflicht darf dabei auch gemeinsam gegessen und getrunken werden, auch von einer Einlassbegrenzung bei 1000 Besuchern ist keine Rede mehr. Und selbst wenn es wieder „nur“ über 10.000 Besucher an einem Tag werden, ist das kein Beinbruch mehr: Im fünften Lockdown haben sich viele Einzelhändler dann doch für ein Online-Bestellsystem entschieden, das Cano wurde dafür wegen der zentralen Lage zum bewährten Umschlagplatz: Drei Stunden nach der Bestellung steht jede Lieferung dort zur Abholung bereit, ob von Buch Greuter oder Comix. Auch für die Schweizer Gäste ist mit einer eigenen Post-Annahmestation gesorgt. Die inzwischen vollzählige Gastronomie freut‘s.