Seit 2009 sind die Gebühren des Müllabfuhrzweckverbandes (MZV) Hegau stabil. Und das wird sich die kommenden drei oder vier Jahre auch nicht ändern – trotz eines erstmals nach Jahren aufgetretenen kleinen Minus von rund 12.000 Euro im Jahresabschluss 2019 auf dem Papier.

Auf dem Papier? Ja. Denn de facto ist der Abschluss positiv, es stehen noch Steuerrückzahlungen aus. Dass man die Gebührenstruktur die nächsten Jahre über beibehalten kann, garantieren die Rückstellungen aus Kostenüberdeckungen, die aufgelöst werden müssen.

Erträge 90.000 Euro niedriger

Am Stichtag 31. Dezember 2019 betrugen die Rückstellungen insgesamt noch 673.000 Euro, wie der Verbandsrechner Alexander Graf auf der Verbandsversammlung erläuterte. Das genügt nach Meinung der Geschäftsleitung noch, um einige Jahre Mindereinnahmen auszugleichen.

Diese machen sich aktuell bei Papier, Pappe und Kartonagen stark bemerkbar. Zum einen liegt der Papierpreis mit derzeit 37 Euro pro Tonne am Boden, zum anderen stehen neue Verträge mit dem Lizenzpartner DSD aus. Insgesamt lagen 2019 die Erträge aus dem Verkauf von Papier, Pappe und Kartonagen zusammen mit denen aus dem Verkauf und dem Umladen von Elektro-Geräten um 90.000 Euro niedriger als im Ansatz.

„Wir geraten jetzt an Grenzen“

Das Corona-Jahr 2020 stellt den Zweckverband vor große Herausforderungen. Kurzarbeit, Homeoffice mit Kochen zu Hause und lange geschlossene Restaurants haben für zehn bis 15 Prozent mehr Aufkommen bei Bio- und Restmüll im privaten Bereich gesorgt. Statt einer Fuhre gilt es, teilweise zwei oder sogar auch mal drei Fuhren zu machen. Auch die Zahl der Gelben Säcke ist gestiegen.

Überflutet worden sei der MZV regelrecht mit Anmeldungen von Sperrmüll, erklärte Eckhardt Pfeiffer. „Statt dreißig Fuhren hatten wir im ersten Halbjahr schon 41“, so der MZV-Geschäftsführer. Das alles bringe sein „Top-Team“ – so sein Lob an die Mitarbeiter – ganz schön ins Schwitzen. Zumal die Gebührenzahler wenig Verständnis zeigten, wenn es bei der Sperrmüllabholung mal etwas länger dauere. „Personell und von der Ausstattung und den Kapazitäten her geraten wir jetzt an Grenzen.“

Mulden für Grünschnitt kommen gut an

In Corona-Zeiten bleibt auch mehr Zeit für einen Heckenschnitt. Die Grünschnitt-Anlieferung, die seit Jahren in Zusammenarbeit mit Landwirten erfolgt, wurde im Frühjahr vorübergehend ausgesetzt. Die Einhaltung des Mindestabstands nach der Corona-Verordnung hätte nicht gewährleistet werden können.

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„Wir haben anstelle dessen in jeder Gemeinde Mulden für den Grünschnitt aufgestellt“, so Pfeiffer – eine Aktion, die auf positive Resonanz gestoßen sei. „Unsere Mitarbeiter haben bestens gearbeitet“, zog Pfeiffer das Fazit der zurückliegenden Monate. Lob gab es dafür insbesondere auch vom Verbandsvorsitzenden, Rielasingen-Worblingens Bürgermeister Ralf Baumert. Er sprach der gesamten „MZV-Mannschaft“ seinen ganz besonderen Dank aus.