Kaum etwas ist derzeit so umstritten wie die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Montag für Montag gehen auch in der Region zahlreiche Menschen auf die Straße, um dagegen zu protestieren – bei sogenannten Spaziergängen. Zuletzt, bei der Veranstaltung am Montag, 17. Januar, gab die Polizei die Teilnehmerzahl mit etwa 1100 an.

Birgit Schinkel ist die Initiatorin der Mahnwache. Sie will damit ein Zeichen setzen.
Birgit Schinkel ist die Initiatorin der Mahnwache. Sie will damit ein Zeichen setzen. | Bild: Tesche, Sabine

Das findet nicht überall Beifall. So schrieb ein Anwohner der Strecke für den sogenannten Spaziergang vom 17. Januar, an die Redaktion: „Ich halte es für moralisch höchst bedenklich, gegen eine offensichtlich richtige Politik zu demonstrieren, und es ist eine Schande für die Menschen, die unter der Krise durch Verlust von Verwandten besonders leiden.“ Schließlich würden täglich Menschen an dem Virus sterben.

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Birgit Schinkel hat nun eine Mahnwache organisiert. Diese soll am heutigen Montag, 24. Januar, gegen 18.45 Uhr am Singener Rathaus stattfinden. Schinkel sagt, mit dieser Aktion wolle sie ein Zeichen dagegen setzen, dass rechte Kräfte sich an die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen dranhängen. Sie könne allerdings verstehen, wenn Menschen Angst vor einer Impfung haben. Dennoch müsse auch bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen jemand da sein, der die Verantwortung für den Protest übernimmt – was bei den nicht angemeldeten sogenannten Montagsspaziergängen nicht der Fall sei. Die Mahnwache sei bei der Stadt Singen angemeldet, sagt Schinkel. Marcus Berger, Leiter des Ordnungsamtes, bestätigt dies. Eine Konfrontation wolle sie nicht erreichen, sagt die Initiatorin: „Wenn solche Gräben weiter tiefer werden, finde ich das nicht gut.“

Schinkel sieht ihre Aktion zusätzlich zur Online-Demonstration „Singen solidarisch“, die der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz initiiert hat. Diese soll im Internet ein Zeichen für Solidarität, Demokratie und Verantwortung setzen. Doch nach Schinkels Überzeugung müsse das auch auf der Straße sichtbar werden.