Kaum hatten die Mädchen der Tanzwerkstatt des Mühlhauser Haus am Mühlebach den Tanz eröffnet, sammelten sich in der Scheffelstraße die Passanten um die Gruppe. In der Hegaustraße dasselbe Bild: Olga Tucek stimmte das erste Lied an, und schon war sie umringt von Zuhörern.

Infos für das tägliche Leben

Neben Tanz und Musik bot der Vielfalt-Tag am Samstag auch Informationen zu Themen, die das alltägliche Leben der Bürger betreffen. Es war der letzte der Aktionstage, die der Einzelhandel und der Verein Singen aktiv seit Juni an den Samstagen in der Innenstadt veranstalteten.

„Hier können wir uns mal vorstellen“, erklärte Vesna Mandic vom Verein Tagesmütter Landkreis Konstanz. „Alle haben ihre Lobby, nur wir fallen immer unten durch“. Dabei seien Tagesmütter so wichtig. Die Nachfrage könne der Verein gar nicht decken. Als Selbständige wünschen sich die Tagesmütter, dass ihre Leistung anerkannt und entsprechend honoriert wird.

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Martin Burmeister von der Koordinierungsstelle Quartiersarbeit verteilte Fragebögen, auf denen Bewohner der Innenstadt mitteilen konnten, was ihnen gefällt und was nicht, und wie sie sich einbringen könnten.

Frauen, Familie und Beruf

Am Stand der Caritas, die für Kinder eine kleine Rallye veranstaltete, war auch die Gastmahl-Gruppe vertreten, die gegen eine Spende ausländische Spezialitäten anbot. Die Stadt, das Jobcenter und die Agentur für Arbeit rückten das Thema Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt. „Gerade durch Corona sind viele Frauen wieder in die alte Rolle Haushalt und Kinder zurückgefallen“, erklärt Bürgermeisterin Ute Seifried. Viele Minijobs seien weggefallen.

Zu diesem Thema passte auch der Auftritt von Sängerin und Akkordeonistin Olga Tucek, die mit dem Lied „Lass es!“ Frauen dazu aufrief, Bescheidenheit abzulegen und Rechte einzufordern. „Tu was!“ hieß es dagegen bei der Kriminalprävention, die dazu ermutigte, Zivilcourage zu zeigen, und Informationen über den Schutz vor Angriffen an die Passanten verteilte.