Zur Vernissage der Ausstellung „Inventaire avant Mutation“ kam die französische Künstlerin Anne-Sophie Tschiegg persönlich. Aber was macht man als Galeristin, wenn die Künstlerin nur französisch spricht, man selbst die Sprache aber nicht beherrscht? Um die Künstlerin und ihre Arbeit den Gästen vorstellen zu können, fragte Helena Vayhinger bei Kollegen an und fand ein Interview, das der Kunsthistoriker Jean Hans-Maennel mit Anne-Sophie Tschiegg geführt hat. Und das gab es auch in deutscher Übersetzung. Es ist ein Portrait, das nach Anfangsbuchstaben in einzelne Absätze gegliedert ist.

So entsteht ein ganz persönliches Bild

Verteilt auf dem Tisch lagen Pappbuchstaben; von Gästen ausgewählt, las Helena Vayhinger den entsprechenden Absatz vor. Die aus der Not geborene Einführung vermittelte den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein ganz persönliches Bild der Künstlerin, die im Interview mit Jean Hans-Maennel offen über ihr Leben und ihre Kunst sprach.

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Bei A wie „Ach ist das Leben schön“, stellt Anne-Sophie Tschiegg verwundert fest, dass es Krankheiten und die Kunst gibt, aber auch die Schönheit der Welt. Das halte sie aufrecht. Bei N wie Nein hat sie erkannt, dass sie früher immer nur Nein gesagt hat, was eine großkotzige Haltung war. E wie Eleganz heißt für sie: „Die Eleganz, mit der man durchs Leben geht, soll erhaben sein und Haltung zeigen.“

Beruf ist für sie ein Handwerk

Bei H denkt sie an Hospital, das wegen einer seltenen Erkrankung eine Zeit lang ihr Zuhause war. I steht für intakt: „Mir ist bewusst geworden, dass etwas in dir intakt bleibt, auch wenn man dir alles nimmt. Es gib da einen Kern, der weiterpocht, auch wenn du nichts mehr hast.“

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H steht auch für Ha Ha, wie der Emoji, der sich kaputtlacht. „Ein richtiger Lachanfall, bei dem man ein Stück die Kontrolle über sich verliert, ist absolut wundervoll.“ P verbindet sie mit pinseln und nochmals pinseln. Den Begriff Tätigkeit für T mag sie auch für die Malerei. „Für mich ist mein Beruf ein Handwerk“, sagt Anne-Sophie Tschiegg, sie tue sich schwer mit den selbst ernannten Künstlern.