Maxi, Leni, Nele und die anderen Kinder sind schon startklar, als Esther Hall-Andes die Videokonferenz eröffnet. Die fünf und sieben Monate alten Babys und ihre Eltern nehmen vom heimischen Wohn- oder Kinderzimmer aus am Online-Pekip-Kurs der Awo Singen teil. Während im vergangenen Jahr von Pfingsten bis Dezember noch Präsenzkurse stattfinden konnten, vermittelt Gruppenleiterin Esther Hall-Andes die Inhalte nun online.

Babys sinnvoll beschäftigen

„Ich zeige den Eltern, wie man die Babys in den Wachphasen sinnvoll beschäftigen kann“, erklärt sie. „Es geht darum, alle Sinne anzuregen und die Kleinen bei bestimmten Entwicklungsschritten wie Drehen, Greifen und Sitzen zu unterstützen.“

Pekip-Gruppenleiterin Esther Hall-Andes zeigt ein Babypuzzle, mit dem das Greifen geübt werden kann.
Pekip-Gruppenleiterin Esther Hall-Andes zeigt ein Babypuzzle, mit dem das Greifen geübt werden kann. | Bild: Holle Rauser

Dazu braucht es nicht viel: Nach dem Begrüßungslied, bei dem jedes Kind namentlich angesprochen wird, kommen Haushaltsgegenstände zum Einsatz, die jeder hat: Eine Schüssel, Kissen, Wattebäusche, ein Wasserball oder eine Decke genügen. Esther Hall-Andes zeigt die Bewegungen oder Spielanregung mit Hilfe einer Babypuppe.

Gegen Einsamkeit in der Elternzeit

Natürlich ist auch der Austausch mit anderen Müttern wichtig: „Vielen geht es beim ersten Kind gleich: Man ist aus dem Arbeitsleben raus, hat das Gefühl, man macht nichts und ist trotzdem den ganzen Tag beschäftigt“, so Esther Hall-Andes. „Irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf“. Die Corona-Bedingungen verstärken die Einsamkeit in der Elternzeit. „Man kann sich, wenn überhaupt, nur mit einer Person treffen.“

In den Kursen können sich die Mütter vergewissern, ob die Entwicklung normal verläuft, wie es bei den anderen mit Beikost, Schlafen und den Zähnchen läuft. „Wenn ich als junge Mutter sehe, bei einer anderen Mama schläft das Kind auch wenig, nimmt das viel Druck raus,“ erklärt Esther Hall-Andes.

Beratung auch im Einzel-Chat

Eines der Babys in ihren Kursen schlafe während der Pekip-Stunde oft ein. „Aber nicht, weil es langweilig ist, sondern weil die Mutter beim Gruppenmeeting entspannter ist“, so Hall-Andes. Das übertrage sich auf das Kind. Die Sozialpädagogin hat Messenger-Gruppen für ihre Teilnehmer eingerichtet, um die Kommunikation untereinander zu unterstützen. „Ich mache auch das Angebot, die Mütter im Einzel-Chat zu beraten“.

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Das Online-Angebot kommt sehr gut an: „Ich habe nicht nur Frauen aus Singen, Radolfzell oder Konstanz in den Kursen“, erzählt die Gruppenleiterin. Auch aus Bad Mergentheim, Ludwigsburg und sogar Hamburg kommen Teilnehmerinnen. Es gibt Mütter, die die Kurse direkt hintereinander buchen. Dennoch achtet Esther Hall-Andes darauf, die Teilnehmerzahl auf acht zu beschränken. „Ich muss ja auch beobachten, wie die Anregungen umgesetzt werden und kann individueller auf die Bedürfnisse eingehen“.

Kein Ersatz für echten Austausch

Die virtuellen Baby-Beschäftigungsstunden dauern jeweils etwa 40 Minuten. „Die Präsenzkurse gehen etwas länger, auch weil die Kinder miteinander spielen“, erklärt Esther Hall-Andes. Das Online-Pekip könne den echten Austausch zwar nicht ersetzen, sagt die Gruppenleiterin. Dennoch möchte sie auch künftig solche Kurse anbieten.

Neben den Pekip-Kursen bietet Esther Hall-Andes auch „Feel Fit Mama“, einen Rückbildungs- und Fitnesskurs für Mütter an, bei dem das Baby mit einbezogen wird. Auch Autogenes Training für ältere Kinder sowie Mütter und Kinder werden nachgefragt.