Das Familienzentrum „Im Iben“ wird künftig ohne Hortgruppe für Schüler auskommen müssen. Der Gemeinderat stimmte einer Umwandlung in eine Kita-Gruppe mehrheitlich (bei nur einer Gegenstimme) zu. Bürgermeisterin Ute Seifried erklärte in der Sitzung nochmals, dass die Stadt den Platz dringend für die Betreuung von drei- bis sechsjährigen Kindern benötige. „Wir sind in den nächsten vier Jahren auf diese Plätze angewiesen“, sagte sie. Auch dass Kita-Kinder lediglich eine Betreuung bis 16 Uhr erfahren, während sie im Hort bis 17 Uhr betreut werden, griff Seifried auf: „Da sind wir dran und werden eine Betreuungszeit bis 17 Uhr abdecken“, betonte sie. Gleiches gelte für die Ferienzeit.

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Der mehrheitliche Beschluss kam nicht bei allen Gemeinderäten gut an. Vor allem Isabelle Büren-Brauch (Grüne) machte sich für einen Verbleib der Hortgruppe stark – obgleich sie im Ausschuss für Familie, Soziales und Ordnung noch eine Befürwortung der Umwandlung war. „Wir haben ebenso wie die Eltern erst sehr kurzfristig davon erfahren. Diese Entscheidung ist eine gegen Kinder und deren Eltern“, sagte sie. Die Umwandlung des Hortes sei nur schwer zu verdauen und erschwere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusätzlich. „Der Hort ist ein Privileg, aber das kann nicht der Grund sein, ihn Eltern zu nehmen“, so Büren-Brauch weiter. Die Stadt könne den Eltern keine Alternative bieten. Sie stimmte als einzige Stadträtin gegen das Vorhaben.

Eltern zeigen sich enttäuscht

Elternsprecherin Yvonne Siener zeigt sich am Tag nach der Entscheidung enttäuscht: „Das ist eine Katastrophe nicht nur für den Iben, sondern für das ganze Konzept eines Hortes und für die Stadt.“ Denn damit werde ein tolles bewährtes Konzept aussterben – einzig im Markus-Kinderhaus gibt es noch eine Hortgruppe. Dabei bedauert sie auch, dass die Stadt nach wie vor nicht das Gespräch mit betroffenen Eltern und Elternvertretern gesucht habe.

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Für die Elternsprecherin, deren Sohn zu den letzten Hortkindern des Iben gehören wird, ist fraglich, ob das neue Konzept funktionieren wird. Geplant ist ein Ausschleichen: Für jedes Kind, das nach der vierten Klasse den Hort verlässt, soll ein Kita-Kind nachrücken. Das bedeutet, dass in wenigen Jahren drei Viertklässler mit 17 Kita-Kindern in einer Einrichtung betreut werden. Man müsse sehen, ob sich die Hortkinder dann noch wohl fühlen, sagt Siener.

Erste Kita-Kinder kommen zum neuen Schuljahr

Das Team des Familienzentrums stehe jetzt vor einer großen Veränderung, sagt die Elternsprecherin und lobt die bisherige Zusammenarbeit zwischen Team und Eltern. Es gilt, ein Konzept zu entwickeln für die Übergangsphase vom Hort zur Kita. Zum neuen Schuljahr werden sechs Grundschüler den Hort verlassen, weil sie an die weiterführende Schule kommen. Dann werden die ersten Plätze frei für die Kinder einer neuen Kita-Gruppe.