Zum Saisonbeginn Mitte September sollte alles fertig sein, so ganz hat das aber nicht geklappt: Die Kegelbahn der SKG 77 Singen im ESV-Clubheim ist soweit fertig, doch das neue Vereinsheim braucht noch einige Handgriffe. Deshalb hängt vorerst eine sogenannte Staubwand zwischen der Bahn und dem angrenzenden Bereich, damit die neue Anlage auf Meisterschafts-Niveau nicht leidet. Seit Anfang Oktober können die Vereinsmitglieder auf ihrer eigenen Bahn trainieren, die dank eines städtischen Zuschuss in Höhe von 154.000 Euro möglich wurde. Doch Heimspiele sind vorerst zurückgestellt, weil hier und da noch ein Kabel aus der Wand ragt.

Der Bereich hinter den Kegelbahnen fordert noch ein paar Handgriffe.
Der Bereich hinter den Kegelbahnen fordert noch ein paar Handgriffe. | Bild: SKG 77 Singen

Erst Wasserschaden, dann Handwerker verzweifelt gesucht

Erst war das Dach nicht dicht, dann ein Rohr gebrochen und dann fehlte auch noch ein Handwerker für den geplanten Durchbruch: Es gab einige Momente auf der Baustelle der Kegler, in denen Vereinsvorsitzender Frank Altenau vermutlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat. „Wir hoffen sehr, dass das Wasser uns in dieser Form nach verschiedenen Reparaturen in Ruhe lässt“, sagt er heute. Auch der Handwerker sei inzwischen gefunden und fleißig.

Das könnte Sie auch interessieren

Trotz Schwierigkeiten blickt er stolz zurück auf die Bauarbeiten der vergangenen Monate: „So langsam sieht man das Ergebnis.“ Duschen und Toiletten seien teilweise schon fertig. Die Behindertentoilette müsse noch gefliest werden, teils fehlen noch Sitzbänke. Große Punkte auf der Aufgabenliste sind der Notausgang und der Eingangsbereich.

So sah die Kegelbahn im ESV-Clubheim vor den Bauarbeiten aus.
So sah die Kegelbahn im ESV-Clubheim vor den Bauarbeiten aus. | Bild: SKG 77 Singen

Fertigstellung ist in drei bis vier Wochen geplant

Die Eingangstür sei schon bestellt, sagt Altenau. Weil es besonders stabile Brandschutztüren sein müssen, werden diese den Verein rund 2000 Euro mehr kosten als geplant. In drei bis vier Wochen soll dann alles fertig sein, schätzt der Vorsitzende. In der Zwischenzeit mussten sie improvisieren: Teilweise trainierten sie sonntags in Mühlhausen, um sich auf die neue Saison vorzubereiten.

Harald Walz fliest einen der Sanitärräume. Das ist einer der Punkte auf der Aufgabenliste des Vereins.
Harald Walz fliest einen der Sanitärräume. Das ist einer der Punkte auf der Aufgabenliste des Vereins. | Bild: SKG 77 Singen

Es ist ein Großprojekt für den Kegelverein, dessen Mietvertrag im Twielfeld gekündigt worden war. Die Kegler suchten ein neues Zuhause und fanden es nach einigem Bangen in der Südstadt – auch dank Zuschüssen der Stadt sowie des Badischen Sportbundes. Die Stadt Singen beteiligt sich mit 154.000 Euro, wie der Gemeinderat im Juli beschloss, und der Sportbund mit 94.000 Euro, wie Altenau sagt. Bleiben Kosten von rund 100.000 Euro, für die der Verein einen Kredit aufnehmen wird.

Rund 350.000 Euro kostet der Umbau. Gespart wurde durch Eigenleistungen

„Wir liegen noch im Budget“, versichert Altenau. Das Statik-Gutachten fehle noch, auch kleinere Kosten etwa für Möbel stehen noch an. Aber: „Wir haben auch viel selbst gemacht, da konnten wir Einiges sparen.“ Bei der Bahn hingegen machten die Kegler keine Abstriche: Sie wurde von Experten gebaut, die Weltmeisterschaften ausstatten. Die vier Bahnen sei schon abgenommen und zertifiziert, sagt Altenau, damit seien sie für die nächsten Jahre bestens gerüstet.

Das könnte Sie auch interessieren

Doch in den nächsten Wochen und Monaten rechnen die Kegler weiter mit Einschränkungen: Wegen der Corona-Pandemie sind erstmal keine Zuschauer erlaubt. Der Verein hat ein Hygienekonzept erarbeitet und müsse nun beispielsweise sicherstellen, dass Kegler Mundschutz tragen und Kugeln vor Gebrauch desinfiziert werden, sofern es nicht die eigenen sind. „Es sind viele Kleinigkeiten, auf die man achten muss.“ Auch die Eröffnungsfeier muss erstmal ausfallen.

Schon jetzt steigt die Nachfrage: Kegler wollen die Bahn mieten oder Mitglied werden

Dabei sei das Interesse schon jetzt groß: „Wir werden überall auf unsere neue Bahn angesprochen“, sagt Altenau, denn auch Privatleute können künftig bei ihnen kegeln. Auch eine Hoffnung des Vereins scheint sich zu erfüllen: Dass die neue Bahn Nachwuchs anzieht. Es gebe bereits einige Anfragen, bestätigt der Vorsitzende.

Frank Altenau und Bernd Kienzler zeigten im Juli, was mit den städtischen Zuschussgeldern passiert. Die Kegelbahn ist zwischenzeitlich fertig.
Frank Altenau und Bernd Kienzler zeigten im Juli, was mit den städtischen Zuschussgeldern passiert. Die Kegelbahn ist zwischenzeitlich fertig. | Bild: Arndt, Isabelle

Frank Altenau blickt zuversichtlich in die Zukunft seines Kegelvereins: Wenn der Durchgang geschafft und die Staubwand weg ist, habe das neue Vereinsheim in der Südstadt genügend Fläche, dass auch einige Zuschauer erlaubt seien. Und dann herrsche fast täglich ein sportlicher Betrieb auf der neuen Kegelbahn des SKG 77 Singen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €