„FatihMorgana – Nichts ist wie es scheint“ – unter diesem Motto präsentierte Fatih Cevikkollu sein aktuelles Programm im Rahmen der Preisverleihung am Tag der Zivilcourage. „Endlich wieder Applaus, dass ich das noch erleben darf“, freute sich Cevikkollu fast wie ein Kind, denn die Auftritte in Corona-Zeiten sind äußerst selten geworden.

Nichtsdestotrotz war Fatih Cevikkollu (47) bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in Singen. Nach seinem Auftritt im Rahmen eines Vortrags über Verschwörungstheorien im Juli präsentierte er nun sein Programm „FatihMorgana“ und lud damit die Zuhörer zum Perspektivwechsel ein. Und ganz zum Schluss appellierte er dann, Kindern Empathie, Solidarität und Kreativität beizubringen – äußerst passend zu dieser Preisverleihung. Davor machte der türkisch-stämmige, gebürtige Kölner einen Ritt durch die Corona-Zeit und ins digitale Zeitalter.

Über Telefonzellen und Autokinos

„Handynacken ist so was wie ein Tennisarm, nur dass das Netz woanders steht“, erklärt er diese neue Krankheit ganz plausibel. Sehr witzig ist sein Ausflug in die Zeiten, als das Telefon noch festgebunden war. „Da waren wir frei!“ schwärmt er. Die anwesenden digitalen Migranten sind höchst amüsiert, den digitalen Eingeborenen erklärt er gern, dass die Telefone zum Mitnehmen damals gut zwei Meter hohe Glaskästen in Gelb waren.

In der Corona-Zeit wollte man ihn auch mal für einen Auftritt im Autokino engagieren. Doch nicht mit ihm: „ich mag nicht angehupt werden“. Und klappernde Autotüren als Applaus wären wohl auch nicht das Gelbe vom Ei. Deshalb genießt er den Applaus von echten Menschen an diesem Abend umso mehr.

Rettung auch für die Witzigen!

Dabei ist er – und nicht nur er aus der Kulturbranche – überzeugt, dass Künstler systemrelevant sind. Dennoch ist die Kulturbranche am Boden. „Die Wichtigsten müssen gerettet werden, nicht die Witzigen“, schlägt er einen Bogen zu Fluggesellschaften oder Fußballvereinen. Dabei waren 2018 über 34 Millionen Menschen in Deutschland in Theatern und nur gut 21 Millionen in Fußballstadien.

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