Vor sieben Jahren war er nur einer von tausenden Fans in der Menge. Damals hat Sascha Wilhelm aus Aach die Zeilen des erfolgreichen Rappers mitgesungen. Heute hört Chakuza ihm zu und räumt ihm einen Platz auf der neuesten Platte Luna ein. Ob er Chakuza jetzt Peter Pangerl nennt, wie der Rapper aus Österreich bürgerlich heißt? Nein, verrät Wilhelm in seinem Zuhause in Aach. Doch sie seien regelmäßig in Kontakt. Dabei entstand die Zusammenarbeit unkonventionell im Internet: Sascha Wilhelm fragte Chakuza bei Instagram, ob er sich seine Musik anhören möchte. Chakuza wollte, einige Monate später kann nun jeder das gemeinsame Ergebnis hören: den gemeinsamen Titel „Schwerelos“.

Vom Fan zum Kollegen: Wie Sascha auf Chakuzas Platte kam

„Es ist surreal“, sagt der 27 Jahre alte Schlosser. Normalerweise singt er für einige hundert Menschen, die sich seine Cover auf Instagram anhören.

Mit seiner ersten eigene Single „Bevor du gehst“ mit Patrick Bonk hat er sogar mehrere tausend Menschen erreicht – den Sänger hatte er beim Casting für die Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“ kennengelernt. Doch nun bekommt seine Stimme ein noch größeres Publikum.

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Chakuza ist in der Szene bekannt, arbeitete einst mit Bushido zusammen und stand mit Samy Deluxe auf der Bühne. „Chakuza ist der Grund, dass ich mit der Musik angefangen habe“, sagt Sascha Wilhelm.

Deshalb habe er sich keine großen Chancen für eine Zusammenarbeit ausgemalt. Doch dann antwortete der Rapper auf seine Anfrage, fragte nach den Kontaktdaten. Wenig später erhielt Wilhelm eine Melodie, die er betexten durfte.

Er schrieb den Refrain – singt zwei von vier Minuten

In welche Richtung der Song gehen sollte? Völlig offen, schildert der Sänger. „Ich habe den Refrain geschrieben und eingesungen. Und das feier‘ ich schon ein bisschen“, sagt Sascha Wilhelm. Lange überlegen musste er nicht, nach einer Stunde seien die Zeilen geschrieben gewesen. Und nach einem Besuch im Studio konnte er Chakuza einige gesungene Zeilen zurückschicken. Knapp zwei von insgesamt vier Minuten lang ist er zu hören. Im Mai wurde dann die Songliste des neuen Chakuza-Albums veröffentlicht. Titel 7:“Schwerelos“ mit Sascha.

Der Traum wird größer, doch bisher macht er mit dem Hobby kein Plus

Was dieser Titel für seine Karriere bedeutet, weiß der 27-Jährige noch nicht. Die ersten Rückmeldungen nach der Veröffentlichung Ende Juli seien sehr positiv. Das Album habe für eine Woche Platz 13 der deutschen Charts erreicht. Doch Sascha Wilhelm verdient seinen Lebensunterhalt weiterhin in der Alu und verbringt anschließend Zeit mit seiner Frau und seiner Tochter. Das Singen bleibt erstmal ein Hobby: Er habe, auch wenn es andere Gerüchte gebe, zwar nichts für die Zusammenarbeit bezahlt, aber auch kein Geld erhalten. „Wenn man nicht das Glück hat, von jemandem entdeckt zu werden, ist es schon verdammt schwer, in diesem Bereich Fuß zu fassen“, sagt er.

Daher stapelt Sascha Wilhelm tief: „Es ist für mich eine große Ehre. Und es ist eine Chance, auf mich aufmerksam zu machen und Erfahrungen zu sammeln.“ Auch wenn er Hip-Hop privat sehr gerne hört, sieht er sich eher als Sänger: Das passe besser zu den Texten, die er selbst schreibe, und zu den Hochzeiten, auf denen er immer wieder singe.

Was der Sänger für die Zukunft plant

Persönlich getroffen hat Sascha Wilhelm den Rapper noch nicht: „Das ging wegen Corona nicht.“ Gesehen hat er Chakuza, abgesehen von den früheren Konzerten, zuletzt per Videotelefonat. Ihn persönlich zu treffen und bei einer Tour womöglich mit ihm auf der Bühne zu stehen, wäre ein Traum für den 27-Jährigen. Die Fanliebe geht schon jetzt unter die Haut: Sascha Wilhelm hat sich den Schriftzug Chakuzas tätowieren lassen. Eine Erinnerung an sein Idol, eine Erinnerung an seinen Weg zur Musik. Und eine Erinnerung an einen Meilenstein in seiner Karriere. Die nächsten Meilensteine sind noch nicht konkret, sagt Wilhelm. Vielleicht gebe es zum Jahreswechsel einige Songs mehr von ihm zu hören.

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